Gestern hat Greenpeace zusammen mit der lokalen Bevölkerung im indonesischen Dorf Teluk Meranti das «Community Camp for Kampar Protection» wiedereröffnet. Das Camp, das ehemals «Climate Defenders’ Camp» hiess, wurde im März durch einen Brand zerstört. Letztes Jahr hatte Greenpeace das Camp errichtet, um damit auf die Zerstörung der Urwälder und den Zusammenhang zum Klimawandel deutlich zu machen. Im November 2009 wurde es schliesslich der lokalen Gemeinschaft in der Provinz Riau auf der Halbinsel Sumatra übergeben. Seitdem dient es als Symbol der Widerstandsbewegung gegen Zellstoff- und Palmölfirmen wie APRIL und APP, die zur Sinar Mas Gruppe gehören und die Lebensgrundlage der Kampar-Bewohner zerstören.
Im Rahmen der farbenfrohen Zeremonie wurde auch eine Schule für indigene Pflanzen und Bäume eingeweiht. Die Setzlinge werden eingesetzt werden, um das empfindliche Öko-System der zerstörten Torfwälder wiederherszustelln.
Der Wiederaufbau durch die lokale Bevölkerung ist ein Zeichen, dass auch die direkt Betroffenen den Wert ihrer Torfwälder erkannt haben und bereit sind, sie gegen profitgierige Firmen zu schützen.
Um so wichtiger ist es, dass das kürztlich von der indonesischen Regierung verkündete zweijährige Moratorium auf die Umwandlung von Regen- und Torfwäldern nicht nur für zukünftige Konzessionen gilt, sondern auch für die schon vergebenen.
Im Rahmen unserer aktuellen Palmöl-Kampagne, versuchen sich Lebensmittel-und Kosmetikhersteller immer wieder aus ihrer Verantwortung zu reden indem sie den «schwarzen Peter» der Agrotreibstoffindustrie zu schieben. Derzeit macht der Anteil an Palmöl, der in diesen Sektor wandert, ca. 5% aus – allerdings ist dieser Markt stark wachsend. Denn vor dem Hintergrund von Energieknappheit und Klimaerwärmung werden so genannte «Bio»-Treibstoffe von Regierungen und multinationalen Unternehmen als zukunftsweisende Lösung angepriesen. Dies, obwohl immer mehr Studien und Erfahrungen in Produzentenländern belegen, dass der industrielle Anbau der Treibstoffpflanzen das Klima schädigt, wertvolle Ökosysteme zerstört, zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen führt und die Nahrungsmittelsicherheit von Millionen von Menschen gefährdet.
Deshalb hat Greenpeace zusammen mit vielen anderen Organisationen eine Petition lanciert, welche die Einführung von Zulassungskriterien fordert, welche sozial und ökologisch problematische Agrotreibstoffe generell ausschliessen.
Greenpeace hat heute in Singapur brandneues Beweismaterial für die Urwaldzerstörung durch den Palmöl-Produzenten Sinar Mas vorgelegt. Es zeigt, wie Firmen der Sinar-Mas-Gruppe weiterhin illegal Urwälder zerstören, um Platz für neue Ölpalm-Plantagen zu schaffen. Wir haben die Dokumente anlässlich der Generalversammlung von Golden Agri Resources, dem Palmöl-Zweig der Sinar-Mas-Gruppe, veröffentlicht.
Diese Bilder wurden am 26. April 2010 aufgenommen. Sie zeigen die illegale Urwaldzerstörung durch die Sinar-Mas-Tochter PT Buana Adithama (BT BAT) auf Zentral Kalimantan, Indonesien:
Die Urwaldzerstörung auf Indonesien heizt das Klima an und vernichtet die Lebensgrundlage der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans. Vor zwei Wochen deckte Greenpeace auf, wie eine andere Tochterfirma der Sinar-Mas-Gruppe Urwälder zerstört, welche laut der UNEP (dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen) als Orang-Utan-Habitat gilt.
Letzten Freitag waren Greenpeace-Aktivisten an der GV von Nestlé und machten klar, dass wir nicht ruhen werden bis Nestlé tatsächlich handelt. Unterdessen sind über 200′000 Protestmails beim CEO von Nestlé eingegangen. Um noch mehr Druck zu erzeugen kannst du an Nestlé adressierte Protest-Postkarten bestellen und in deinem Bekanntenkreis verteilen.
Da Nestlé auf unsere Forderungen eingegangen ist, können keine Postkarten mehr bestellt werden. Danke für deine Unterstützung!!!
Nach 24 Stunden auf dem Polizeiposten in Lausanne sind die vier Greenpeace-Aktivisten wieder frei. Gestern hatten sie an der Nestlé-Generalversammlung in einer spektakulären Kletteraktion zwei Banner über den Köpfen der Aktionäre entfaltet. Sie sind wohlauf.
Ein grosses Dankeschön an alle, die uns unterstützt haben mit Protestmails an Nestlé und an den Untersuchungsrichter.
Nun ist Nestlé dran, den Worten Taten folgen zu lassen und endlich alle Verträge, auch die indirekten, mit dem Urwaldzerstörer Sinar Mas zu kündigen.
Gestern an der Nestlé GV verschafften sich zwei besorgte Aktionäre auf eher unübliche Weise Zutritt in den Saal: Die beiden Aktivisten (die auch je eine Nestlé-Aktie besitzen) kamen durch die Decke und seilten sich über der Hauptbühne ab, um zwei Banner mit der Botschaft «Give the orang-utans a break» zu entfalten. Die beiden wurden von zwei weiteren Aktionären von oben unterstützt und blieben rund eine Stunde in der Luft. Danach kamen sie freiwillig herunter und wurden in Polizeigewahrsam genommen.
Sie sind jetzt seit rund 23 Stunden auf dem Polizeiposten in Lausanne, ohne das Recht des «Anwalt der ersten Stunde» erhalten zu haben: ihr Anwalt hat bis jetzt keine Besuchserlaubnis erhalten! Laut nächsten Angehörigen hat noch niemand ein Telefon der Festgehaltenen erhalten. Ich finde dieses prozessrechtliche Vorgehen überraschend und skandalös!
Falls es dir auch so ergeht – hilf mit: fordere den Untersuchungsrichter Laurent Maye in Lausanne auf, die 4 Aktivisten sofort freizulassen – per Fax, Email oder Telefon:
Just in diesem Moment fordern als Orang-Utans verkleidete Greenpeace -Aktivisten die Nestlé-Aktionäre an der Generalversammlung in Lausanne auf, «ihnen eine Pause zu gönnen», frei nach der Kit-Kat-Werbung «Give us a Break, give us a Kit Kat».
Der Grund für die Aktion: Nestlé verwendet für seine Produkte noch immer Palmöl von der indonesischen Sinar-Mas-Gruppe, die dafür Urwald und Torflandschaften zerstört. Zwar hat Nestlé nach Greenpeace Protesten im März seine direkten Verträge mit Sinar Mas gekündigt. Der Schweizer Konzern bezieht dessen Öl jedoch weiterhin über Zwischenhändler.
«Unser Standort vorm Globus war gut gewählt. Die Passanten waren sehr ‹relaxed› aufgrund des guten Wetters und des sympathischen Oran-Utans. Da Corris für Terre des Hommes, eine singende Jesusgruppe, die Zeugen Jehovas und andere auch in der Nähe aktiv waren, waren manche Passanten anfangs etwas ‹zurückhaltend›. Durch unseren Oran-Utans ist aber fast überall – vor allem bei den Familien – schnell das Eis gebrochen. Ein toller Eye-Catcher.»
In den letzten Tagen haben Orang-Utans in acht Schweizer Innenstädten von den Konsumenten eine «Pause» gefordert. Obiger Erlebnisbericht stammt von der Regionalgruppe Zürich. «Give the Orang-Utan a break» fordern die verkleideten Aktivistinnen und Aktivisten der Greenpeace-Regionalgruppen. Dafür setzen sie Poster ein und lassen Protestpostkarten ausfüllen. Diese verschicken sie danach an Nestlé. Mit der Verwendung von Palmöl aus Urwaldzerstörung trägt der Schweizer Lebensmittelkonzern mit seinen Schokoprodukten wie Kit Kat dazu bei, dass die Orang-Utans in Indonesien ihre letzten Habitate verlieren. Nestlé kauft noch immer Palmöl bei Sinar Mas, einem Konzern der Regenwälder Indonesiens abholzt, um Ölpalmplantagen anzulegen.
Helfen Sie den Orang-Utans und Greenpeace. Schreiben Sie der Nestlé-Direktion eine Protest-Mail. Sie können auch Postkarten verteilen, welche an den CEO adressiert sind. Damit fordern Sie den Lebensmittelkonzern auf, sämtliche direkten und indirekten Lieferverträge mit der Sinar-Mas-Gruppe zu kündigen und sich für ein Moratorium für ein Ende der Abholzung in Indonesien einzusetzen.
UPDATE: Nestlé ist auf unsere Forderungen eingegangen.
Heute morgen fand ich eine erschreckende Nachricht in meiner Inbox: Das «Climate Defenders Camp» auf der Kampar Halbinsel in Riau, Sumatra fiel am Sonntagmorgen einem Brand zum Opfer. Seit dem das Camp Ende November 2009 der lokalen Bevölkerung übergeben wurde, diente es als Workshop-Zentrum und Treffpunkt für die Leute von Teluk Meranti. Es wurde zum Symbol der Widerstandsbewegung der lokalen Bevölkerung gegen Zellstoff- und Palmölfirmen wie APRIL und APP, die der Sinar Mas Gruppe angehören. Das Camp war bereits im November unter starkem Druck. Ich habe das Camp im letzten November besucht und viel über die Bedürfnisse und Sorgen der lokalen Bevölkerung erfahren und wie sie die Wälder nachhaltig für ihren Lebensunterhalt nutzen. Wir fordern zusammen mit lokalen NGOs und der betroffenen Bevölkerung, dass die Kampar Halbinsel zur Schutzzone wird, welche der Zellstoff- und Palmölindustrie keine weitere Expansion erlaubt. Hier oder dort auf englisch ist zu lesen, was das Climate Camp bereits im November ausgelöst hatte.
Indizien deuten darauf hin, dass Brandstifter hinter dem Feuer stehen. Unsere indonesischen Kollegen haben nun Anzeige gegen Unbekannt eingereicht und fordern eine polizeiliche Untersuchung zum Brand. Zum Glück gab es nur Material- und Sachschaden.
Die Palmöl-Industrie verbreitet gerne das Argument, dass sich Umweltorganisationen wie Greenpeace mit ihrer Arbeit zur Palmölproblematik gegen die wirtschaftliche Entwicklung in Indonesien stellen, welche das Leben der lokalen Bevölkerung verbessert. Fragt man direkt bei den lokalen Gemeinden nach, sieht es anders aus. Die Leute machen sich Sorgen um ihre Landrechte, den Erhalt ihrer natürlichen Lebensgrundlagen und wie Kleinbauern ihre Kleinplantagen halten können.
Vor Ostern fand in der indonesischen Provinz Riau ein dreitägiges Treffen zwischen 105 Mitgliedern aus 32 Dörfern statt. Organisiert wurde das Treffen von Greenpeace und sechs anderen NGOs. Ziel des Treffens war es, die Auswirkungen der Urwald- und Torflandzerstörung auf die lokalen Gemeinschaften zu diskutieren und gemeinsam Lösungen zu finden.
Doch ganz ungestört konnte das Treffen nicht abgehalten werden. Am ersten Tag wurde entdeckt, dass zwei Mitglieder des Geheimdienstes der Polizei von Riau das Treffen versuchten zu bespitzeln. Auch am zweiten Tag ereigneten sich mehrere Zwischenfälle: Das Organisationskomitee schnappte vier Leute auf, die von Sinar Mas rein geschmuggelt wurden. Dann kamen drei Polizisten und fragten nach einer Erlaubnis für das Treffen. Schliesslich demonstrierten 15 Personen ausserhalb des Veranstaltungsortes. Sie forderten, Greenpeace aus Riau zu verbannen, denn man bräuchte keine ausländische Hilfe, um das Problem der Waldzerstörung in den Griff zu kriegen. Als die Demonstranten von Journalisten interviewt wurden, stellte sich allerdings heraus, dass sie kaum wussten, wer Greenpeace ist und wofür die Organisation steht. Ihre Motivation war das Geld und Essen, welches sie für diesen Einsatz erhielten.
Das Ergebnis des Treffens war die Gründung eines Netzwerkes, mit dem Ziel, gemeinsam die Probleme rund um die Ausbreitung der Palmölplantagen auf Kosten von Urwald- und Torflandflachen in den Griff zu kriegen.
Bereits mehr als 150′000 Protestmails wurden an den CEO von Nestlé geschickt! Damit Nestlé wirklich handelt und Palmöl aus Regenwaldzerstörung endgültig von ihrer Beschaffungskette entfernt, braucht es noch weitere Stimmen. Fordert eure Freunde und Familie auf, auch ein Mail abzuschicken. Schickt ihnen eine der drei untenstehenden E-Cards mit Ostergrüssen.
Bustar Maitar ist Waldcampaigner im indonesischen Greenpeace-Büro. Er ist täglich mit den Machenschaften der Palmöl-Industrie konfrontiert. Seine Schilderungen über die Situation vor Ort sind dramatisch.
Bustar Maitar, wie steht es wirklich um die indonesischen Regenwälder und die Orang-Utans?
Wir schätzen, dass in den letzten 35 Jahren etwa 50′000 Menschenaffen ihr Leben verloren haben, weil die Papier- und Zellstoff- sowie die Palmöl-Industrie ihren Lebensraum kahlschlug. Die Tiere stehen am Rand des Aussterbens. Durch die rasante Zunahme der Ölpalm-Plantagen verschärft sich das Tempo der Zerstörung zusehends. Sogar bisher unberührte Urwaldgebiete auf Sumatra, wo viele Orang-Utans dank dem Engagement von Nichtregierungsorganisationen ein neues Zuhause finden, kommen immer mehr unter Druck. Zum Verschwinden der artenreichen Regenwälder und der Orang-Utans kommt noch, dass Indonesien durch die Abholzung mittlerweile der weltweit drittgrösste Emittent von Treibhausgasen ist, nach China und den USA.
Was kann das Greenpeace-Büro in Südostasien dagegen tun?
Greenpeace kann das Problem alleine nicht lösen. Die Abholzung ist ein Problem der globalen Gemeinde. Greenpeace schafft Aufmerksamkeit, sensibilisiert die Menschen für das Problem und kann Lösungswege aufzeigen. Die Lösung durchsetzen müssen letztendlich die Politik und die Wirtschaft. Vom weltweit führenden Nahrungsmittelhersteller Nestlé zum Beispiel fordern wir unter anderem die Kündigung sämtlicher direkter und indirekter Verträge mit Lieferanten, die weiterhin Urwald abholzen, um Ölpalm-Plantagen zu errichten. Das betrifft insbesondere die Sinar-Mas-Gruppe, die besonders skrupellos vorgeht.
Spricht Greenpeace auch mit Sinar Mas? Natürlich. Wir sprechen seit drei Jahren mit dem Konzern. Es ist immer dasselbe Lied. Am Tisch sagen die Sinar-Mas-Bosse, sie seien der Umwelt gegenüber zu einem rücksichtsvollen Umgang verpflichtet. Doch draussen sieht es anders aus. Sinar Mas zerstört nachweislich weiterhin den Urwald mit seinen Orang-Utans und die für das Klima so wichtigen Torfgebiete. Unter den vielen Baumarten, die abgeholzt werden, ist auch der Sogo-Baum. Für die indigene Bevölkerung ist er eine Lebensgrundlage.
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