Tag-Archiv für 'Indonesien'

Camp in Indonesien nach Brand wiedereröffnet

Gestern hat Greenpeace zusammen mit der lokalen Bevölkerung im indonesischen Dorf Teluk Meranti das «Community Camp for Kampar Protection» wiedereröffnet. Das Camp, das ehemals «Climate Defenders’ Camp» hiess, wurde im März durch einen Brand zerstört. Letztes Jahr hatte Greenpeace das Camp errichtet, um damit auf die Zerstörung der Urwälder und den Zusammenhang zum Klimawandel deutlich zu machen. Im November 2009 wurde es schliesslich der lokalen Gemeinschaft in der Provinz Riau auf der Halbinsel Sumatra übergeben. Seitdem dient es als Symbol der Widerstandsbewegung gegen Zellstoff- und Palmölfirmen wie APRIL und APP, die zur Sinar Mas Gruppe gehören und die Lebensgrundlage der Kampar-Bewohner zerstören.

Im Rahmen der farbenfrohen Zeremonie wurde auch eine Schule für indigene Pflanzen und Bäume eingeweiht. Die Setzlinge werden eingesetzt werden, um das empfindliche Öko-System der zerstörten Torfwälder wiederherszustelln.

Der Wiederaufbau durch die lokale Bevölkerung ist ein Zeichen, dass auch die direkt Betroffenen den Wert ihrer Torfwälder erkannt haben und bereit sind, sie gegen profitgierige Firmen zu schützen.

Um so wichtiger ist es, dass das kürztlich von der indonesischen Regierung verkündete zweijährige Moratorium auf die Umwandlung von Regen- und Torfwäldern nicht nur für zukünftige Konzessionen gilt, sondern auch für die schon vergebenen.

Bookmark and Share

Neue Beweise für Urwaldzerstörung durch Sinar Mas

Greenpeace hat heute in Singapur brandneues Beweismaterial für die Urwaldzerstörung durch den Palmöl-Produzenten Sinar Mas vorgelegt. Es zeigt, wie Firmen der Sinar-Mas-Gruppe weiterhin illegal Urwälder zerstören, um Platz für neue Ölpalm-Plantagen zu schaffen. Wir haben die Dokumente anlässlich der Generalversammlung von Golden Agri Resources, dem Palmöl-Zweig der Sinar-Mas-Gruppe, veröffentlicht.

Diese Bilder wurden am 26. April 2010 aufgenommen. Sie zeigen die illegale Urwaldzerstörung durch die Sinar-Mas-Tochter PT Buana Adithama (BT BAT) auf Zentral Kalimantan, Indonesien:

Die Urwaldzerstörung auf Indonesien heizt das Klima an und vernichtet die Lebensgrundlage der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans. Vor zwei Wochen deckte Greenpeace auf, wie eine andere Tochterfirma der Sinar-Mas-Gruppe Urwälder zerstört, welche laut der UNEP (dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen) als Orang-Utan-Habitat gilt.

Greenpeace fordert Firmen wie Nestlé auf, Palmöl aus Urwaldzerstörung komplett aus ihrer Beschaffungskette zu entfernen. Unterstützen Sie unsere Forderung mit einem Protestmail an den CEO von Nestlé!

Bookmark and Share

Greenpeace-Aktivisten sind frei!

Nach 24 Stunden auf dem Polizeiposten in Lausanne sind die vier Greenpeace-Aktivisten wieder frei. Gestern hatten sie an der Nestlé-Generalversammlung in einer spektakulären Kletteraktion zwei Banner über den Köpfen der Aktionäre entfaltet. Sie sind wohlauf.

Ein grosses Dankeschön an alle, die uns unterstützt haben mit Protestmails an Nestlé und an den Untersuchungsrichter.

Nun ist Nestlé dran, den Worten Taten folgen zu lassen und endlich alle Verträge, auch die indirekten, mit dem Urwaldzerstörer Sinar Mas zu kündigen.

Bookmark and Share

Video der Aktion an Nestlé’s Generalversammlung

Mehr zu diesem Thema
Schreiben Sie Nestlé ein Protestmail

Bookmark and Share

Affenstarke Videos von der Nestlé-Generalversammlung

Update 16:10 Uhr: Die Greenpeace-Kletterer sind heruntergekommen und wurden von der Polizei abgeführt. Ein Banner hängt noch an einem Projektor.

___

Orang-Utans fordern vor den Türen der Nestlé-GV die Aktionäre auf “Give us a break!”.

Greenpeace-Kletterer seilen sich über den Köpfen der Aktionäre ab und entfalten ein Banner.

Wem gilt wohl der Applaus?

Die Aussicht eines Kletterers

Mehr Videos auf qik.com

Bookmark and Share

Greenpeace-Orang-Utans an Generalversammlung von Nestlé

Just in diesem Moment fordern als Orang-Utans verkleidete Greenpeace -Aktivisten die Nestlé-Aktionäre an der Generalversammlung in Lausanne auf, «ihnen eine Pause zu gönnen», frei nach der Kit-Kat-Werbung «Give us a Break, give us a Kit Kat».

Der Grund für die Aktion: Nestlé verwendet für seine Produkte noch immer Palmöl von der indonesischen Sinar-Mas-Gruppe, die dafür Urwald und Torflandschaften zerstört. Zwar hat Nestlé nach Greenpeace Protesten im März seine direkten Verträge mit Sinar Mas gekündigt. Der Schweizer Konzern bezieht dessen Öl jedoch weiterhin über Zwischenhändler.

Bookmark and Share

Feuer im Climate Defenders Camp

Das Climate Defenders Camp nach dem Brand. © Rian Anggoro / GreenpeaceHeute morgen fand ich eine erschreckende Nachricht in meiner Inbox: Das «Climate Defenders Camp» auf der Kampar Halbinsel in Riau, Sumatra fiel am Sonntagmorgen einem Brand zum Opfer. Seit dem das Camp Ende November 2009 der lokalen Bevölkerung übergeben wurde, diente es als Workshop-Zentrum und Treffpunkt für die Leute von Teluk Meranti. Es wurde zum Symbol der Widerstandsbewegung der lokalen Bevölkerung gegen Zellstoff- und Palmölfirmen wie APRIL und APP, die der Sinar Mas Gruppe angehören. Das Camp war bereits im November unter starkem Druck. Ich habe das Camp im letzten November besucht und viel über die Bedürfnisse und Sorgen der lokalen Bevölkerung erfahren und wie sie die Wälder nachhaltig für ihren Lebensunterhalt nutzen. Wir fordern zusammen mit lokalen NGOs und der betroffenen Bevölkerung, dass die Kampar Halbinsel zur Schutzzone wird, welche der Zellstoff- und Palmölindustrie keine weitere Expansion erlaubt. Hier oder dort auf englisch ist zu lesen, was das Climate Camp bereits im November ausgelöst hatte.

Indizien deuten darauf hin, dass Brandstifter hinter dem Feuer stehen. Unsere indonesischen Kollegen haben nun Anzeige gegen Unbekannt eingereicht und fordern eine polizeiliche Untersuchung zum Brand. Zum Glück gab es nur Material- und Sachschaden.

Bookmark and Share

Greenpeace Treffen mit lokalen Gemeinden in Indonesien

Die Palmöl-Industrie verbreitet gerne das Argument, dass sich Umweltorganisationen wie Greenpeace mit ihrer Arbeit zur Palmölproblematik gegen die wirtschaftliche Entwicklung in Indonesien stellen, welche das Leben der lokalen Bevölkerung verbessert. Fragt man direkt bei den lokalen Gemeinden nach, sieht es anders aus. Die Leute machen sich Sorgen um ihre Landrechte, den Erhalt ihrer natürlichen Lebensgrundlagen und wie Kleinbauern ihre Kleinplantagen halten können.

Vor Ostern fand in der indonesischen Provinz Riau ein dreitägiges Treffen zwischen 105 Mitgliedern aus 32 Dörfern statt. Organisiert wurde das Treffen von Greenpeace und sechs anderen NGOs. Ziel des Treffens war es, die Auswirkungen der Urwald- und Torflandzerstörung auf die lokalen Gemeinschaften zu diskutieren und gemeinsam Lösungen zu finden.

Doch ganz ungestört konnte das Treffen nicht abgehalten werden. Am ersten Tag wurde entdeckt, dass zwei Mitglieder des Geheimdienstes der Polizei von Riau das Treffen versuchten zu bespitzeln. Auch am zweiten Tag ereigneten sich mehrere Zwischenfälle: Das Organisationskomitee schnappte vier Leute auf, die von Sinar Mas rein geschmuggelt wurden. Dann kamen drei Polizisten und fragten nach einer Erlaubnis für das Treffen. Schliesslich demonstrierten 15 Personen ausserhalb des Veranstaltungsortes. Sie forderten, Greenpeace aus Riau zu verbannen, denn man bräuchte keine ausländische Hilfe, um das Problem der Waldzerstörung in den Griff zu kriegen. Als die Demonstranten von Journalisten interviewt wurden, stellte sich allerdings heraus, dass sie kaum wussten, wer Greenpeace ist und wofür die Organisation steht. Ihre Motivation war das Geld und Essen, welches sie für diesen Einsatz erhielten.

Das Ergebnis des Treffens war die Gründung eines Netzwerkes, mit dem Ziel, gemeinsam die Probleme rund um die Ausbreitung der Palmölplantagen auf Kosten von Urwald- und Torflandflachen in den Griff zu kriegen.

Bookmark and Share

Interview mit Bustar Maitar von Greenpeace Südostasien


Bustar Maitar ist Waldcampaigner im indonesischen Greenpeace-Büro. Er ist täglich mit den Machenschaften der Palmöl-Industrie konfrontiert. Seine Schilderungen über die Situation vor Ort sind dramatisch.

Bustar Maitar, wie steht es wirklich um die indonesischen Regenwälder und die Orang-Utans?
Wir schätzen, dass in den letzten 35 Jahren etwa 50′000 Menschenaffen ihr Leben verloren haben, weil die Papier- und Zellstoff- sowie die Palmöl-Industrie ihren Lebensraum kahlschlug. Die Tiere stehen am Rand des Aussterbens. Durch die rasante Zunahme der Ölpalm-Plantagen verschärft sich das Tempo der Zerstörung zusehends. Sogar bisher unberührte Urwaldgebiete auf Sumatra, wo viele Orang-Utans dank dem Engagement von Nichtregierungsorganisationen ein neues Zuhause finden, kommen immer mehr unter Druck. Zum Verschwinden der artenreichen Regenwälder und der Orang-Utans kommt noch, dass Indonesien durch die Abholzung mittlerweile der weltweit drittgrösste Emittent von Treibhausgasen ist, nach China und den USA.

Was kann das Greenpeace-Büro in Südostasien dagegen tun?
Greenpeace kann das Problem alleine nicht lösen. Die Abholzung ist ein Problem der globalen Gemeinde. Greenpeace schafft Aufmerksamkeit, sensibilisiert die Menschen für das Problem und kann Lösungswege aufzeigen. Die Lösung durchsetzen müssen letztendlich die Politik und die Wirtschaft. Vom weltweit führenden Nahrungsmittelhersteller Nestlé zum Beispiel fordern wir unter anderem die Kündigung sämtlicher direkter und indirekter Verträge mit Lieferanten, die weiterhin Urwald abholzen, um Ölpalm-Plantagen zu errichten. Das betrifft insbesondere die Sinar-Mas-Gruppe, die besonders skrupellos vorgeht.

Spricht Greenpeace auch mit Sinar Mas?
Natürlich. Wir sprechen seit drei Jahren mit dem Konzern. Es ist immer dasselbe Lied. Am Tisch sagen die Sinar-Mas-Bosse, sie seien der Umwelt gegenüber zu einem rücksichtsvollen Umgang verpflichtet. Doch draussen sieht es anders aus. Sinar Mas zerstört nachweislich weiterhin den Urwald mit seinen Orang-Utans und die für das Klima so wichtigen Torfgebiete. Unter den vielen Baumarten, die abgeholzt werden, ist auch der Sogo-Baum. Für die indigene Bevölkerung ist er eine Lebensgrundlage.

Schreiben Sie dem CEO von Nestle eine Protestmail!

Bookmark and Share

Orang-Utan Flashmob in Amsterdam

Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten treffen sich in Amsterdam zu einem Flashmob. Sie demonstrieren damit gegen die Verwendung von Palmöl aus Urwaldzerstörung für Produkte wie Kit Kat.

Bookmark and Share

Palmöl bedroht die Waldmenschen

Die Greenpeace-Kampagne gegen die Zerstörung von Urwald für die Verwendung von Palmöl in Nestlé-Produkten wie Kit Kat geht unvermindert weiter. Auch beim Nestlé-Sitz in Jakarta demonstrierten als Orang-Utans verkleidete Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten.

Die Orang-Utans sind stark gefährdet: Die Heimat der Waldmenschen, wie die Tiere genannt werden sind die tropischen Regenwälder auf Borneo und Sumatra. Die Abholzung dieser Wälder ist die Hauptursache für den starken Rückgang der Bestandszahlen der Orang-Utans in den letzten Jahren. Jüngsten Schätzungen zufolge gibt es in freier Wildbahn auf Borneo zwischen 45’000 und 69’000 Orang-Utans und nur noch 7300 auf Sumatra. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) stuft die Orang-Utans auf Borneo als «stark gefährdet» und die Orang-Utans auf Sumatra als «vom Aussterben bedroht» ein. Wo Palmölplantagen die Wälder der Orang-Utans verdrängen, verlieren diese ihre natürlichen Nahrungsquellen und müssen sich von Palmensetzlingen ernähren. Damit sehen die Plantagenbesitzer sie als ‘Plage’ und schiessen die Tiere zum Schutz der Palmölernte einfach ab .

Gemäss Angaben des Zentrums für den Schutz der Orang-Utans starben 2006 mindestens 1600 Orang-Utans durch vorsätzliche Angriffe von Plantagenarbeitern und infolge Habitatsverlust durch Vergrösserung der Palmölplantagen.

2008 legte Greenpeace zwei Karten übereinander: eine Karte der Orang-Utan-Habitate auf Borneo und eine Karte mit den Konzessionen von Sinar Mas. Die Gegenüberstellung zeigte, dass sich Orang-Utan-Habitate und Sinar-Mas-Konzessionen nicht nur überlappen, sondern dass gewisse Habitate auch bereits zerstört wurden.

Nestlé muss sämtliche direkten aber vor allem auch die indirekten Lieferverträge mit Sinar Mas kündigen.

Bookmark and Share

Es ist an der Zeit bei Nestlé anzurufen

Heute ist die Kit-Kat-Kampagne zum Schutz der Urwälder in Indonesien eine Woche alt. Bis jetzt sind weltweit über 100′000 E-Mails an Nestlé gesendet worden. Die Forderung: Nestlé soll Palmöl aus Urwaldzerstörung von ihrer Beschaffungskette verbannen. Doch Nestlé hat dies nicht getan. Auch die Fragen, welche ihr in euren E-Mails gestellt habt, blieben unbeantwortet. Stattdessen fängt Nestlé nun an, E-Mails von UnterstützerInnen der KitKat Kampagne zu blockieren.

Deshalb ist es an der Zeit, bei Nestlé anzurufen. Dafür gibt es drei gute Gründe:

  1. Der Nestlé-Konzern hat in der Öffentlichkeit verlauten lassen, dass er seine direkten Verträge mit dem Urwaldzerstörer Sinar Mas kündigen werde – aber in Wirklichkeit verwendet er weiterhin Palmöl von Sinar Mas – und zwar über Drittlieferanten wie den Handelskonzern Cargill.
  2. Nestlé muss sich jetzt dazu verpflichten, nicht mehr mit Firmen zu handeln, die Regenwald zerstören. Das Versprechen von Nestlé bis 2015 nachhaltiges Palmöl zu beschaffen, sofern dieses vorhanden sein wird, reicht nicht. Die Regenwälder, Torfgebiete und die Orang-Uans können nicht mehr länger warten.
  3. Die Firma Nestlé muss sicherstellen, dass sie Sinar Mas komplett aus ihrer Beschaffungskette entfernt – das bedeutet, dass sie auch keine Produkte von APP, der Zellstofffirma von Sinar Mas, mehr kaufen darf.
Bist du bereit Nestlé anzurufen und ein paar höfliche Fragen zu stellen?
Bookmark and Share

Genug analysiert. Wir brauchen Taten!

Das indonesische Gesetz verbietet die Rodungen von Torfwäldern mit einer Torfdicke von mehr als 3 Metern. Diese Rodung von Sinar Mas, fotografiert im Februar 2009, weist eine Torfdicke von 7 Metern auf. © Purnomo/Greenpeace

Die aktuelle Greenpeace Kampagne zu Nestlé und deren Verantwortung als Käufer von Palmöl aus Urwaldzerstörung hat in den letzten Tagen im Web eine Lawine von Reaktionen ausgelöst.  PR-Strategen, Social Media Experten und Corporate Communication Consultants melden sich zu Wort und analysieren an diesem Fallbeispiel die Auswirkungen von Social Media Kampagnen auf Firmen – und wie diese reagieren sollten.

Neben dieser Online-Aufregung ist es Zeit, die Aufmerksamkeit wieder auf den Kern der Problematik zu richten. Grosse Konzerne, darunter auch Nestlé, beziehen Palmöl, dessen Produktion Umwelt zerstört und  soziale Konflikte auslöst. Auch wenn es eine Menge zu weiteren Nestlé-Themen zu erzählen gäbe, wie z.B. im Nestlé-Dossier von Multiwatch zu finden ist, bleiben wir hier jetzt  beim Palmöl.

Wer sich einen  Überblick zu den Zusammenhängen Regenwälder, Orang-Utans, Palmölplantagen und Verwendung von Palmöl verschaffen möchte, ist mit folgender Tonbildschau von Greenpeace Deutschland gut bedient.

Konzerne wie Nestlé argumentieren, dass die Palmöl-Beschaffungskette komplex und unübersichtlich ist. Sie könnten deshalb Produzenten-Firmen mit illegalen Rodungsaktivitäten nicht so einfach aus ihrer Palmölbeschaffung verbannen. Doch diese intransparente und komplexe Beschaffungskette dient sowohl den Produzenten zur Verschleierung ihrer Machenschaften, wie den Abnehmern, welche ihre Untätigkeit damit entschuldigen.

Wir können angesichts der Folgen für Biodiversität, Klima und die lokale Bevölkerung keine Ausreden mehr akzeptieren. Aktuell werden immer noch Dreiviertel der globalen Palmölproduktion für die industrielle Lebensmittelproduktion verwendet.  Wer ausser der weltweit grösste Lebensmittelkonzern könnte am effektivsten handeln?  Nestlé muss jetzt reagieren und die Sinar Mas Gruppe aus ihrer Beschaffungskette entfernen.

Jeder Tag zählt: pro Tag gehen in Indonesien zur Zeit 50 km2 verloren!

Schreiben Sie dem CEO von Nestle eine Protestmail!

Bookmark and Share

«Give the Orang-utan a break» auf Chinesisch

In über 25 Ländern fordert Greenpeace dazu auf, sich bei Nestlés CEO zu beschweren. Nestlé verwendet Palmöl, welches aus Ölpalm-Plantagen der Sinar Mas Gruppe stammt. In den meisten Fällen wurde für diese Plantagen Regenwälder vernichtet. Bedrohte Tierarten wie der Orang-Utan verlieren ihren Lebensraum.

Auch in China ist Greenpeace aktiv. Als Orang-Utans verkleidete Aktivisten protestierten in Beijing vor Nestlés China-Niederlassung. Sie überreichten Nestle einen Brief mit den Forderungen, kein Palmöl von der Sinar Mas Gruppe mehr zu beziehen.

Ma Lichao, Wald-Experte von Greenpeace China, spricht mit Nestles Public Relations Managerin, Nancy He. © Greenpeace / Simon Lim

Ma Lichao, Wald-Experte von Greenpeace China, spricht mit Nestles Public Relations Managerin, Nancy He. © Greenpeace / Simon Lim

Es geht Greenpeace nicht darum, Palmöl im Gesamten zu verteufeln. Wie bei anderen Konsumprodukten kommt es auf Art und Weise der Palmölgewinnung an. Die grosse Nachfrage nach Palmöl verleitet skrupellose Konzerne wie Sinar Mas dazu, Gesetze zu umgehen und Regenwälder zu vernichten. «Greenpeace ist nicht prinzipiell gegen Palmöl-Plantagen. Das Problem ist Sinar Mas als aggressivster Konzern, welcher neue Palmöl Plantagen gänzlich ohne Rücksicht auf Nachhaltigkeit und Erhaltung der verbleibenden Urwälder errichtet.» sagt Bustar Maitar, Greenpeace Wald-Experte in Jakarta, Indonesien. Abnehmerkonzerne wie Nestlé wiederum machen sich mitschuldig, wenn sie nicht gewillt sind, unnachhaltiges Palmöl aus ihrer Beschaffungskette zu entfernen.

Werden Sie aktiv! Schreiben Sie ein Protestmail an den CEO von Nestlé und fordern Sie ihn auf gänzlich auf Palmöl aus Urwaldzerstörung zu verzichten.

Bookmark and Share

Danke, liebe PR-Abteilung von Nestlé

Gestern startete Greenpeace eine weltweite Kampagne, um den Nahrungsmittel-Multi Nestlé zu bewegen, kein Palmöl mehr aus Urwaldzerstörung zu verwenden. Um 11 Uhr Lokalzeit luden Greenpeace Aktivisten in England Mitarbeiter von Nestlé auf eine Pause ein. Gleichzeitig lancierte Greenpeace ein Video, das die KitKat-Werbung parodiert:

Have a break? from Greenpeace UK on Vimeo.

Nestlé zeigte sich gar nicht «amused». In kürzester Zeit nach dem Start publizierten Sie auf Ihrer Website ein Statement zu Ihrer Palmöl-Einkaufspolicy. Sie machten darin ein erstes Eingeständnis, in dem sie die direkten Verträge mit Sinar Mas aufschieben. Das ist ein erster Schritt, aber immer noch zu wenig, da Nestlé die grösste Menge Palmöl von Sinar Mas immer noch indirekt über Händler wie Cargill einkauft.

Doch Nestlé beliess es nicht bei ihrem PR-Statement, sondern gingen einen Schritt weiter: Sie forderten YouTube auf, die Parodie ihrer Werbung zu entfernen. YouTube reagierte auf die Forderung und zensierte um etwa 18:00 Uhr das Video von Greenpeace UK. Was nachher folgte war ein schönes Beispiel des Streisand-Effekts. Wikipedia umschreibt dieses Phänomen, wo der «Versuch, bestimmte Informationen zu entfernen, dazu führen kann, dass diese noch stärker verbreitet werden.»

Screenshot der Website von Greenpeace UK mit dem zensierten Video

Screenshot der Website von Greenpeace UK mit dem zensierten Video

Kaum wurde die Zensur bekannt, verbreitete sich das Video viral. Die Parodie wurde auf andere Video-Sharing-Plattformen (z.B. auf vimeo) hochgeladen und Twitter lief heiss. Lesenswert dazu der offene Brief von Christian Hunt, Greenpeace UK, an die Nestle PR-Abteilung. YouTube scheint die Zensur unterdessen rückgängig gemacht zu haben. Was genau ist in Nestlés PR-Abteilung passiert? Paul Bradshaw hat seine Version dazu als Video veröffentlicht:

Protestmail: Nestlé, kein Palmöl aus Regenwaldzerstörung!

Bookmark and Share