Arte zeigt heute Abend um 20:15 Uhr einen Film über Greenpeace-Aktivisten, die in der Antarktis Wale schützen. In «Jagdzeit – Den Walfängern auf der Spur» begleitet ein Kamerateam die Aktivisten auf ihrer Schiffsreise und bei der Konfrontation mit japanischen Walfängern. Der Film kommt ohne grausame, blutige Bilder aus und zeigt, wie die Mannschaft mit den Herausforderungen des Eismeeres, Heimweh und Versagensängsten kämpft.
Regisseurin Angela Graas und ihr Filmteam fuhren von Dezember 2007 bis Februar 2008 auf dem Greenpeace-Schiff Esperanza mit.
Anfang Jahr hat die neue japanische Regierung bekannt gegeben, dass sie am Walfang festhalten will. Der japanische Aussenminister begründete die Entscheidung mit dem Interesse seiner Landsleute am Walfleischkonsum. Offiziell werden die Tiere jedoch zu wissenschaftlichen Zwecken getötet, weil der kommerzielle Walfang verboten ist. Insgesamt sollen bis März nächsten Jahres 935 Minkewale und 50 Finnwale geschossen werden.
Derzeit stehen in Japan zwei Greenpeace-Aktivisten vor Gericht, weil sie den Handel mit illegalem Wal-Fleisch aufgedeckt hatten. Die japanische Staatsanwaltschaft eröffnete im Februar ein Gerichtsverfahren gegen Junichi Sato und Toru Suzuki wegen angeblichen Diebstahls und Hausfriedensbruchs. Die beiden Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki wurden im Juni 2008 festgenommen, nachdem sie für die Aufdeckung eines Skandals rund um das japanische Walfangprogramm wichtiges Beweismaterial sichergestellt hatten. Ihnen drohen bis zu 10 Jahre Haft.
Greenpeace fordert von der japanischen Regierung ein sofortigen Stopp des sinnlosen Waltötens und die Einstellung des ungerechtfertigten Verfahrens gegen die Greenpeace-Aktivisten.
Gestern deckten wir zusammen mit unserem PublicEye-Partner, der Erklärung von Bern, das Geheimtreffen der Schweizer Wirtschafts- und Politelite mit einer nächtlichen Scheinwerfer-Aktion auf. Es war eine der aufregendsten und unwägbarsten Aktionen in meiner bald 14jährigen Greenpeace-Zeit: bis zur letzten Sekunde wussten wir nicht, ob die Firmenbosse, Bundesräte und Parteispitzen tatsächlich zum vermuteten Zeitpunkt im Nestlé-Tagungszentrum am Genfersee aufkreuzen würden. Die Zeit lief uns allmählich davon, dem vor Ort wartenden TV-Team lief die Zeit davon, bald würde es zu spät werden für eine Ausstrahlung im 10vor10…
Dann ging’s blitzschnell: ein Bus mit den illustren Gästen, die schwarze Limousine von Gastgeber und Nestlé-Chef Brabeck fuhren vor, die Filmequipe spurtete an den «Tatort» um Bilder und Interviews zu schiessen, die Greenpeace-Aktivisten starteten zeitgleich ihre «Lightshow»: ein riesiger Beamer projizierte ein mehrere Meter grosses «Public Eye is watching you» an die Fassade des schlossähnlichen Geheimtreffpunkts. Ein Suchscheinwerfer glitt über das Gebäude, während von seiner Rückseite ein gewaltiger Lichtstrahl in den Himmel schoss.
Der nur zwei Stunden später ausgestrahlte Fernsehbericht dauerte rekordverdächtige 5 Minuten und die Steilvorlage wurde auch von anderen Medien, wie Blick-online am Tag danach aufgenommen. Doch nicht nur diese zwei Ziele, die wir uns gesetzt haben, wurden mehr als erfüllt. Bereits heute, nur ein Tag nach der Aktion, kommt Bewegung in den «Geheimbund». Die SP-Parteispitze, obwohl auch zum Treffen eingeladen, distanziert sich im Blick-Artikel von der «Heimlichtuerei». Das erhöht nun den Druck auf die anderen Parteien.
Der Klimawandel ist spätestens ab heute, dem Eröffnungstag der Weltklimakonferenz in Kopenhagen, in aller Munde. Dabei haben wir die Tendenz, den Klimawandel vor allem hinsichtlich seiner Auswirkungen auf das Land zu betrachten. Doch selbstverständlich sind auch die Meere und ihre Fähigkeit zu funktionieren davon betroffen.
Die Weltmeere absorbieren mehr als die Hälfte des globalen CO2. Gleichzeitig ist ihre Fähigkeit, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen und sie zu entschärfen, durch die Überfischung weitgehend erschöpft. Damit die Ozeane ihre Rolle als Klimastabilisatoren und Garanten irdischen Lebens weiterhin wahrnehmen können, ist es wichtig, den Ausbeutungsgrad der Meeresfische und andere marine Tätigkeiten einzuschränken, um die Widerstandskraft der Ozeane zu verbessern. Greenpeace fordert ein weltweites Netzwerk von Schutzgebieten, die 40% der Meeresfläche bedecken. Mach mit bei unserer Petition!
Unsere Wald-Expertin Asti wurde heute Morgen am Rand der Greenpeace-Aktion bei einer der grössten Zellstofffabriken der Welt verhaftet. Zusammen mit anderen Wald-Campaignern beobachtete sie die Aktion von einem Boot aus. Ich konnte vorher kurz mit ihr telefonieren. Sie sagte, die Polizisten hätten die festgenommenen Leute gut behandelt. Anders als bei den letzte Woche verhafteten Journalisten, erhielten sie Essen und Trinken. Doch nach 12 Stunden in Polizeigewahrsam und nach 3 Stunden Verhör, merkte man ihr die Erschöpfung an. Morgen früh muss Asti noch mal auf den Polizei-Posten, dann erfahren sie, ob sie und die anderen internationalen Greenpeace Aktivisten ausgeschafft werden.
Vier Aktivisten blockieren immer noch einen der Kräne bei der Zellstofffabrik mitten im Regenwald. Joel, ein Aktivist aus den Philippinen, ist einer davon. Auf dem Blog von Greenpeace International sagt er: «Ich werde so lange auf dem Kran bleiben wie ich kann, weil ich wirklich helfen will. Ich denke wir alle müssen etwas gegen den Klimawandel tun, denn er betrifft auch uns alle. Auf den Philippinen hatten wir gerade zwei der vielleicht schlimmsten Taifune. Ich weiss, dass ich mit dieser Aktion etwas tue, das hilft solche Katastrophen zu verhindern.»
Das Climate Defender Camp und alle damit verknüpften Satelliten-Aktivitäten, wie z.B. die bunte Demonstration in Jakarta am Samstag mit Hunderten von Freiwilligen, haben inzwischen höhere Wellen in Indonesien geschlagen, als wir es uns hätten erträumen lassen. Ende letzter Woche hat der Forstminister angekündigt, dass die Bewilligung des Papierkonzerns APRIL zur Waldabholzung auf der Halbinsel Kampar einstweilen eingefroren wird. Das Ministerium leitet zudem eine Untersuchung ein. Heute ist nun der offizielle Brief zu diesem Entscheid veröffentlicht worden. Gestern haben wir die Nachricht erhalten, dass Präsident Yudhoyono bereit sei für ein Gespräch mit Greenpeace – mal schauen ob er diese Ankündigung einhält. Hier schon mal ein grosses Merci an alle, welche dem Präsidenten ein Protestmail geschickt haben haben!
Unsere Forderung an an ihn: Durch den Schutz und Erhalt der Torfwälder kann Indonesien als weltweit drittgrösstes Klimasünderland 40 Prozent seiner CO2-Emissionen reduzieren. Die Entwaldung macht nämlich über 80 % der indonesischen CO2-Emissionen aus – und ganze 40% davon entstehen durch Umwandlung von Torfwäldern zu Plantagen.
Was wir von Konzernen wie April und Sinar Mas fordern, ist nicht etwa die Einstellung ihrer Papier- oder Palmölproduktion. Würden sie die Produktion auf bestehenden Plantagenflächen optimieren, müssten sie nicht weiter in intakte Wälder expandieren. Dies würde jedoch höhere Investitionen bedeuten, was für den schnellen und kurzfristigen Profit weniger interessant ist. Ein Factsheet zu Indonesiens Torwäldern, APRIL, Sinar Mas, Klima etc.
Am Sonntag haben wir (Greenepace-Aktivsiten und Einwohner von Teluk Meranti) die Dammkonstruktion beendet. Darin stecken mindestens 1500 schwere Sandsäcke und 3 Wochen Knochenarbeit . Mehr dazu auf meinem Greenpeace International Blogbeitrag.
Freitag Nacht bin ich, ein indischer Campaigner sowie die indonesischen Kollegen endlich im inzwischen berüchtigten Camp in Riau angekommen. Seit letztem Montag waren wegen den repressiven Massnahmen der Polizei keine Ausländer mehr im Camp. Um nicht frühzeitig abgefangen zu werden, haben wir die letzten 2 Stunden Anfahrt im Dunkeln geplant. Rund 60 Leute – indonesische Greenpeace-Aktivisten und Einheimischen bereiteten uns einen herzlichen Empfang. Der heutige Tag war voll von Arbeit und Erlebnissen: Die Arbeit im Camp beginnt jeweils um 6 Uhr – dann geht’s los mit dem Bau des Damms in der Nähe des Camps. Ziel des Dammbaus ist es, den Grundwasserspiegel trotz des Entwässerungskanals wieder soweit zu heben, dass das abgeholzte Torfland dahinter wenigstens nicht austrocknet. So gelangt weniger von dem sehr säurehaltigen Torfwasser in die Gewässer. Als Folge des aus dem Gleichgewicht gebrachten Säure-Base-Gehalts des Wassers haben sich die lokalen Fischbestände an gewissen Orten bis zu 70 % vermindert, wie mir heute eine indonesischer Kollege mitteilte.
im Gespräch mit einer Familie aus Telu Meranti
Bei der Umwandlung von Torf- und Regenwälder in Plantagenland für Palmöl- und Papierproduktion entstehen ungeheuren Mengen an CO2-Emissionen. Ganz zu schweigen vom Biodiversitäts-Verlust! Ein ganz zentraler Aspekt sind die Rechte und Zukunft der lokalen Bevölkerung. Ich hatte die Gelegenheit, eine Familie in ihrer Zweithütte mitten im Sumpfwald zu besuchen. Diese Familie lebt von Landwirtschaft, Fischerei und allerlei «Produkten» aus den Wäldern. Ein sehr interessantes Beispiel ist z.B. der Unterhalt eines Vogelturms, in dem bestimmte Vogelarten für die Brutzeit angelockt werden. Sobald die Jungen ausgeflogen sind, werden die Nester heruntergeholt und Herstellern von traditioneller chinesischen Medizin verkauft. Diese Familie kann aus ihren Erträgen rund um die Wälder leben und möchte um keinen Preis, dass diese für die Plantagenproduktion und kurzfristige Profite zerstört werden. Ihnen sind die Auswirkungen auf den lokalen Wasserhaushalt, aufs Klima und die Zukunft ihrer Kinder voll bewusst. Und dass die Abtretung ihres Landes an die Firmen nur einen kurzfristigen Ertrag generiert – und der kleine Lohn für Plantagenarbeit nichts aufzuwiegen vermag. Solche Gespräche geben einen echten Motivations-Schub: zu sehen für wen wir uns einsetzen - nach dem Lesen von x Berichten. Ich werde an diese Familie denken, wenn ich wieder am Bürotisch sitze.
Eine indonesisch-englisch Stunde mit Teluk Meranti Kindern
Der Rückhalt aus der Bevölkerung für das Camp hat sich auch eindrücklich an der Anzahl Besucher dieses Wochenende gezeigt. Am Samstagnachmittag kamen über 400 – darunter viele Kinder und Jugendliche. Sie veranstalteten zusammen mit dem «Public Outreach Campaigner» einen Pantun-Wettbewerb zu Thema Wald. Pantun ist eine wunderschöne lokale Tradition, Alltagsgegebenheiten in Gedichte umzuwandeln und sich gegenseitig vorzutragen. Ein Jammer, dass sich meine Indonesischkenntnisse bis jetzt auf «hoi-tschüss-wie-geht’s» etc. beschränken.
Heute früh sind als Orang-Utans verkleidete Greenpeace-Aktivisten auf Vordächer und Bäume vor den Fenstern der Bundesräte Merz, Leuthard und Leuenberger geklettert. Nach etwa einer Stunde wurden drei Aktivisten, die friedlich mit einem Transparent auf dem Vordach des Finanzdepartements sassen, von der Feuerwehr wieder herunter geholt. Alle anderen Affen harren noch auf Bäumen vor den Büros aus und fordern vom Bundesrat weiterhin 1,7 Mrd. Franken in einen globalen Urwald- und Klimafonds einzuzahlen. Bilder von der Aktion auf FlickrMehr zu den Orang Utans und Indonesien
Endlich in Pekanbaru, Riau auf Sumatra angekommen und nur noch ein paar Stunden vom Klimacamp entfernt! Während ich ein paar Tage länger in Jakarta ausharren musste, war dieses Wochenende im Camp voller Überraschungen und Emotionen. Nachdem am Donnerstag 50 Aktivisten einen Tag lang 7 Bagger und Baumaschinen des Papierkonzerns APRIL blockiert hatten, ordnete die Polizei auf Druck des Konzerns die Auflösung des Camps bis am Samstagabend an. Die internationalen Aktivisten sind inzwischen aus dem Land ausgeschafft worden, und den indonesischen Aktivisten droht eine Gefängnisstrafe von bis zu 2 Jahren. Als nun am Samstagabend die Lagerteilnehmer anfingen ihre Sachen zu packen, erschienen 300 Menschen aus Teluk Meranti, der lokalen Dorfgemeinschaft und demonstrierten für das Bleiben von Greenpeace. Sie forderten «wenn Greenpeace geht, müssen auch die Konzerne gehen». Dies bewog die Polizei dazu, die Räumung des Camps aufzugeben. Das war für alle Beteiligten ein sehr bewegender Moment! APRIL spürt nun hoffentlich einen starken Druck – nicht nur auf Riau. Am Freitag kündigte der finnische Papierkonzern UPM an, dass sie ihren Liefervertrag mit APRIL aufgrund deren urwaldzerstörenden Aktivitäten kündigen.
Falls nichts mehr dazwischen kommt, werde ich morgen endlich im Camp eintreffen. Wir müssen sehr auf der Hut sein – alle Greenpeacer können jederzeit von Militär- oder Sicherheitskräften einvernommen werden. Das Weiterbestehen des Camps steht auf absolut wackligen Füssen.
Seit zwei Wochen tauchen in Schweizer Städten Orang Utans auf. Sie mussten fliehen, weil Ihre Heimat – der indonesische Regenwald – zerstört wird. Die Regenwaldzerstörung ist auch für uns Menschen eine Bedrohung. Sie ist verantwortlich für ein Fünftel des weltweiten CO2-Ausstosses und treibt somit den Klimawandel an. Heute Vormittag haben elf Orang Utans in Zürich mit einer Aktion auf diesen Zusammenhang aufmerksam gemacht.
Vor Ort in Indonesien haben Greenpeace Aktivisten auf der Halbinsel Kampar ein Camp errichtet. Zusammen mit Einheimischen bauen Sie Dämme um die Trockenlegung der Torf-Wälder zu verhindern. Berichte aus dem Camp folgen in den nächsten Tagen auf diesem Blog.
Neueste Kommentare