Archiv für die Kategorie 'SolarGeneration'

Kontraste in Südafrika

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Was für ein Glück! Ich darf während den Fussball-Weltmeisterschaften in Südafrika sein. Wozu? Um Greenpeace Afrika bei der Umsetzung des Projekt «SOLAR KICK-OFF» und bei den Solartrainings zuvor mit der Filmkamera zu begleiten. Mehr über das Projekt findet ihr hier.

Die ersten Eindrücke von Johanenesburg sind speziell: Hohe Mauern mit Splitterglas-Kanten, Stacheldraht und Elektrozäune unter Hochspannung säumen die Strasse auf dem Weg zum GP Afrika Büro im Quartier Mellville. Das Quartier ist relativ sicher und hipp. Schicke Bars, gute Restaurants mit internationalen Küchen und Kaffees machen die Gegend gemäss Lonley Planet zur Ausgehmeile Nr.1 in Johannesburg. Der erste Kulturschock bleibt somit aus.

Was mir aber in den ersten zehn Tagen besonders aufgefallen ist, sind Kontraste die immer wieder zum Vorschein kommen: Am Tag ist es heiss, in der Nacht und in den Häusern kalt. Superteure Autos werden von mausarmen Menschen geputzt. Kentucky Fried Chicken neben einem lokalen Marktstand mit selbst angebauten Kartoffeln. Die Sonne scheint das ganze Jahr durch intensiv, und dennoch stammt rund 90% der elektrischen Energie von Kohlekraft. Und da war doch noch die Apartheid keine zwanzig Jahre her, welche das Bild vor allem in und rund um die Townships prägte.

In Jericho werden heute die Solarzellen fertig montiert und die ganze Region kann es kaum erwarten an der solarbetriebenen Eröffnungsfeier am Freitag teilhaben zu können. Das wird spannend, den in der Region um Jericho leben rund 10′000 Menschen, in der Halle werden aber nur 600 platz haben. «The people will come and you can’t Stopp them» sind die Befürchtungen, die diesem Anlass eine besondere Spannung vermittelt.

Solar Energie für Afrika

Der von Andres Wirz, einem initiativen jungen Schreiner und Ex-Mitglied des Greenpeace SolarGeneration-Projekts, mitgegründete Verein Solafrica fördert den Aufbau einer Produktion von portablen Solarlampen in Kenia und deren Verkauf an Personen mit niedrigem Einkommen. Das Projekt startete im Juli 09 mit Jugendlichen im Kibera-Slum von Nairobi und mit Pfadi-Kursen in der Schweiz mit dem Ziel, hier “solares Lernen” zu fördern. Die Solarlampen werden in der Schweiz als fairtrade Produkte verkauft. Mit dem erzielten Gewinn sollen die Lampen für die Slumbewohner/innen verbilligt werden.

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So sieht eine fertige Solarlampe aus.

Das Pilotprojekt startete im August 2009 mit einer Solarausbildung von 15 Jugendlichen in Kibera. In diesem Rahmen werden 1500 portable Solarlampen aus Bauteilen aus der Schweiz zusammengebaut. Neben dem Verkauf in Kibera selbst wird ein Teil der Lampen in die Schweiz importiert und als Fairtrade-Produkt verkauft oder als Bausatz für Schulungszwecke in Workshops verwendet.

Ab 2011 sollen jährlich 3000-5000 Solarlampen produziert werden und in den nächsten 5 Jahren 500 Jugendliche zu Solar-Profis ausgebildet werden.

Dem Deutschen Volke – Eine Zukunft ohne Atomkraft

Greenpeace-Aktivisten sind gestern auf den Reichstag in Berlin geklettert, um für den Atomausstieg zu demonstrieren. Sie befestigten direkt unter der Inschrift «Dem Deutschen Volke» ein Transparent mit den Worten «eine Zukunft ohne Atomkraft»

91 Prozent der Bundesbürger sprachen sich in einer repräsentativen Meinungsumfrage von Greenpeace Deutschland dafür aus, dass 2050 die Erneuerbaren Energien die bedeutendste Rolle in der Energieversorgung Deutschlands spielen sollen. Nur sieben Prozent traten für die Atomkraft ein.

Deutschlands reichweitenstärkstes Boulevard-Blatt, die «BILD» titelt in grossen Lettern: «Skandal im Reichstag – Greenpeace-Chaoten auf der Kuppel» Ein Skandel wäre es, wenn die Politik gegen den Willen der Bevölkerung auf Atomstrom setzt. «Dem Deutschen Volke» ist es überlassen, bei den bevorstehenden Wahlen auch über den Atomausstieg zu entscheiden.

Save-the-world award

Auszeichnung für Greenpeace

Greenpeace ist bei den Save The World Awards 2009, die am Freitag, den 24. Juli 2009, in Zwentendorf/NÖ verliehen wurden, mit einem Preis für seinen globalen Einsatz zum Schutz des Weltklimas ausgezeichnet worden. Thomas Henningsen, Leiter der internationalen Klimakampagne der Umweltschutzorganisation, hat diese Auszeichnung bei der Veranstaltung entgegen genommen.

Nachfolgend einige Eindrücke bzw. Interviews von diesem Event:

Aufschwung in der Krise…

… für die Solarenergie. Der Verkauf von Solaranlagen legte 2008 in der Schweiz um 66 Prozent zu. 11 000 Hausbesitzer entschlossen sich im vergangenen Jahr zur Umrüstung auf Solarwärme. Geht uns allmählich ein Licht auf?

JSP

Doppelte Nachhaltigkeit

«In der Schweiz stehen etwa 3000 Solarprojekte auf der Warteliste», sagt Retze Koen, Leiter des JugendSolarProjekts von Greenpeace.  Warum also nicht unbeschäftigte Jugendliche während der Wirtschaftskrise beschäftigen? Diese Lücke will Greenpeace füllen, indem ein Projekt beim Bund eingereicht wird, dass beabsichtigt, Lehrabgäner zu finden für den Bau von Solardächern. Damit würde die Nachhaltigkeit doppelt verbessert: Jugend und erneuerbare Energien. Die Zukunft ist erneuerbar!

Nutella und Orangutas

Nach Dove muss nun auch Nutella dran glauben in Verbindung mit der Regenwaldzerstörung durch Palmölplantagen gebracht zu werden. Die Dove-Kampagne hat mit Hilfe des Dove Spoof genau 10 Tage gedauert, bis Unilever ein öffentliches Commitment zur Unterstützung der Greenpeace Forderung nach einem Moratorium auf neue Palmölplantagen in Indonesien verlauten liess. Wie lange wird es bei Ferrero dauern?

Helft mit, die Dauer zu verkürzen mit dieser Cyberaction (auf italienisch)

Drama zum Abschluss der Klimakonferenz

Eigentlich sollte die Konferenz gestern abgeschlossen werden. Und so war Freitag auch der letzte gemeinsame Tag der internationalen SolarGeneration-Delegation. Die meisten Jugendlichen aus anderen Ländern sind daher heute morgen abgereist. Doch die Konferenz geht heute Samstag – über den ursprünglich vorgesehenen Rahmen hinaus – weiter. Die USA, zusammen mit Russland, taten ihr bestes, um den Abschluss zu verhindern und brachten am drittletzten Tag inakzeptable Textentwürfe ein. So nahm die Spannung immer mehr zu, es gab am Freitag keine Einigung und auch nicht während den Verhandlungen in der Nacht auf Samstag. Schliesslich entschied sich die indonesische Konferenzleitung unter dem Umweltminister Witoelar, die Schlussverhandlungen im Plenum öffentlich durchzuführen.

So begann also um zwei Uhr die denkwürdigste UNO-Session, die ich bisher erlebte. Es ging zuerst um die Roadmap, den Rahmen, worüber bis 2009 verhandelt und verbindliche Ergebnisse erzielt werden sollte.  Der Saal ist voll, hunderte von NGO-Repräsentanten stehen oder sitzen in den Korridoren. Dem Konferenzleiter Witoelar und dem Generalsekretär der Rahmenkonvention UNFCCC, de Boer, ist die Müdigkeit und Erschöpfung mehrerer durchwachter Naechte anzusehen. Der chinesische Vertreter bemängelt die chaotische Leitung, de Boer ringt um Fassung, bricht in Tränen aus, verlässt den Saal. Die Nerven liegen blank. Der Reihe nach ergreifen Pakistan, Indien, Bangladesh das Wort und billigen die Roadmap in der aktuellen Form. Es wird applaudiert. Portugal, im Namen der EU, unterstützt die Roadmap ebenfalls. Japan windet sich, sagt aber ebenfalls zu.

Dann ergreift die amerikanische Verhandlungsführerin Dobriansky das Wort. Sie teilt relativ sec mit, dass die USA den vorliegenden Text nicht akzeptieren kann. Sie erntet Buhrufe im ganzen Saal. Südafrika spricht sich für die Roadmap aus und fordert die USA auf, ihre Position hier zu überdenken, weil sie verantwortungslos ist und von der ganzen Welt nicht verstanden wird. Papua Neu-Guinea braucht sehr undiplomatische Worte: “Die Welt braucht Leadership, um diese Krise zu bewältigen. Die Welt hat die USA immer wieder um ihr Leadership gebeten. Aber offensichtlich ist dieses Land nicht gewillt, dies zu tun. Deshalb sage ich den USA, wenn Ihr schon nicht führen wollt, dann macht den Weg frei, dass es andere tun können!”

Papuas und Südafrikas Statement werden frenetisch gefeiert. Alle stehen wir auf, klatschen und rufen – es erinnert mich an einen Fussballmatch, in dem die eigene Mannschaft angefeuert wird. Nach weiteren Statements, die sich für die Roadmap aussprechen und gleichzeitig die USA auffordern, ihr Nein zu überdenken, scheint Dobriansky weichgeklopft. Sie teilt mit, dass die USA sich nie in den Weg stellen wollten und sie immer schon dafür waren, harte, verbindliche Ziele zu setzen. Das wird als Aufgabe der Opposition und indirekt als Zusage gesehen, die Roadmap zu unterstützen. Dobriansky erntet frenetischen Applaus, die Leute stehen auf und es wird 5 Minuten lang geklatscht.

Selbst wenn also die Worte von Dobriansky nicht als Zusage hätten verstanden werden sollen, so werden sie als solche wahrgenommen. Die folgenden Statements von Pakistan und anderen Ländern sind Gratulationen an die USA für ihre Einsicht und Kooperation. So, also mit Hilfe einer anfeuernden Zuschauerschaft der NGOs und mit Hilfe mutiger und herausfordernder Statements einiger besonders hart betroffenen Länder, gelingt es, die USA in den Prozess einzubinden. Das Kalkül der Konferenzleitung, die USA öffentlich zu bearbeiten, hat seine Früchte getragen. Das Psychodrama endet mit einem Happyend.

Klar, dass damit die Sache noch lange nicht geregelt ist, aber mindestens sind alle mit dabei.  Für mich ist es sehr beeindruckend, hier zu sehen, wie die ganze Welt endlich zusammensteht und entscheidende Schritte für die Zukunft unseres Planeten Erde unternehmen will. Dieses Feeling ist für mich neu, jenes einer Global Community. Wahrscheinlich haben wir auf dieser immer kleineren Welt keine andere Wahl. Wir müssen unsere Differenzen im Dialog beilegen und gemeinsam handeln, wenn diese Welt auch noch für unsere Kinder und Enkel lebenswert sein soll.

Alle Hände voll zu tun

Die Terrorangriffe auf das UNO Gebäude hatten nun auch uns in Bali erreicht indem die Sicherheitsbestimmungen nochmals drastisch hochgefahren wurden. Weder einen Drachen, noch eine Flipchart Rolle konnten wir ins Gebäude nehmen. Eine Schere konnte ich mit Beziehungen und etwas Überzeugungsarbeit und Glück mitnehmen. Heute gelang es uns doch noch Rahmat Witoelar, den Präsidenten der COP 13/MOP 3 zu treffen. Wir konnten ihm unsere Postkarte mit der Grussbotschaft, sowie einige Souvenirs mitgeben. Markus Mugglin von Schweizerradio DRS interviewte mich für eine Sendung auf DRS 4. Kurz vor dem Mittagessen traf ich mich mit Martin Arnold des Pressebüros Seegrund, der ein Portrait über mich und meine Tätigkeiten schreiben wird. Der Nachmittag bestand bei mir daraus, mit verschiedenen Ministern das Gespräch zu suchen und sie von unseren Reduktionszielen zu überzeugen. Der Abend wurde geprägt durch einen Auftritt Al Gores, der unter anderem forderte nicht auf die in letzter Zeit stark bremsend wirkenden Amerikaner zu warten, sondern einen weissen Flecken in den Unterlagen freizulassen um diesen dann später zu füllen. Nach dem Nachtessen traf ich mich mit Daniel Kestenholz , dem Redaktor des Bund, zu einem längeren Gespräch.

Keine Geschwindigkeitslimiten auf Bali, dafür reichlich Sicherheitsbestimmungen im Kongresszentrum

Bereits um 4.30 Uhr klingelte mein Wecker, denn ich musste im Konferenzzentrum kontrollieren gehen, ob unsere Installation mit den Ballonen und dem Banner noch in Ordnung waren. Die menschenleeren Strassen waren sehr angenehm und so brauste ich mit dem Motorrad in rekordverdächtiger Zeit (Geschwindigkeitslimiten gibt’s in Bali keine) ins Konferenzzentrum. Der Zustand unserer Installation war sehr gut. Trotzdem bot ich eine Crew auf, um noch weitere Ballone aufzublasen. Der Event selber verlief nicht so glatt wie vorgesehen: Aufgrund der strikten Sicherheitsbestimmungen fand er ausserhalb des Zentrums statt. So musste der Minister absagen.
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Ich würde aber im grossen und ganzen trotzdem von einem Erfolg sprechen, denn – zumindest was das Gruppenerlebnis anbelangt – wir haben erstens super zusammengearbeitet und zweitens ein tolles Erlebnis gehabt. Mit Martin Läubli vom Tagesanzeiger hatte ich mich anschliessend für ein Interview verabredet.

Das Kyoto-Protokoll hat Geburtstag

Heute war Kyoto-Geburtstag! Vom Frühstückstisch musste ich direkt ins Konferenzgebäude fahren, ohne richtig gegessen zu haben. Denn die riesige Geburtstagstorte, etwa 160 cm gross, wurde eben angeliefert und musste vor allfälligen Testessern geschützt werden.Der Geburtstagskuchen vom Kyoto-Protokoll Wir konnten die Torte in die Pressekonferenz bringen, wo wir von den Fotografen fast zerdrückt wurden. Dem japanischen Umweltminister Ichiro Kamashito wurde die Ehre zuteil, die Torte anzuschneiden. Dies war sehr wichtig, denn das Kyoto-Protokoll wurde in Japan unterzeichnet. Aber noch viel bedeutender war, dass Japan so ein bisschen mehr in die Pflicht genommen wurde, Kyoto nicht zu bremsen. Japan war mit den USA, Kanada und Saudi Arabien der häufigste Empfänger des „fossil of the day“. Wir verteilten etwa 700 Portionen des wunderschönen Schokoladekuchens. Mitten im Geburtstagsgetümmel hatte ich zudem die Ehre, einem UNO-Radiojournalisten ein Interview in französischer Sprache zu geben. Den Nachmittag verbrachten wir mit Vorbereitungen für den Minister-Event. Wir bliesen einen Haufen Ballone auf und mussten Postkarten daran befestigen. Um 23.30 Uhr waren wir zurück im Hotel und bereit zum Nachtessen.

Unterwegs im Schweizer Solartaxi und Geburtstagsvorbereitungen

Ich hatte früh Tagwacht, denn ich hatte die Möglichkeit, mit Christian Gyr zu einem Meeting mit Frühstück in den Club Med zu gehen. Das Morgenbuffet war grossartig! Ich erfuhr in dieser Sitzung sehr viel Spannendes: Die Greenpeace-Delegation besprach, wie die offizielle afrikanische Delegation zu mehr Urwaldschutz bekehrt werden sollte. Etwas später hatte ich die Möglichkeit, mich von Luis Palmer im Solartaxi vom Konferenzgebäude ins Greenpeacebüro fahren zu lassen. Ich war doppelt froh darum, denn wir hatten viel Gepäck und es kam auf dem Weg zu einem sehr interessanten Austausch. Luis erzählte mir beispielsweise, dass er für Indonesien extra ein Nummernschild haben musste. Das war für ihn das erste mal, denn alle andern Länder akzeptierten sein Schweizer Schild ohne weiteres. Heute war ebenfalls Vorbereitungstag für den Kyoto-Geburtstag. Eine Gruppe fertigte zu diesem Zweck 1000 Fähnchen mit einer Grussbotschaft zu Kyoto und dem SolarGeneration-Slogan an. Dies absorbierte mich den ganzen Tag. Den Abschluss des Tages bildeten ein Side Event von Sven Teske zum Thema EnergyRevolution und das Bannermalen für den Ministerevent.

Wir entdecken die Insel und ihre vielen Naturschätze

Wir genossen unseren einzigen freien Tag während der Konferenz. Mit gemieteten Motorrädern bereisten wir den Süden der Insel. Leider hab ich weder Taucherausrüstung noch Wasserschuhe mitgenommen. Es war ein grossartiges Riff, das sich jedoch als menschenunfreundlich erwies, denn abends musste ich einen Teil davon aus meinem Fuss rausoperieren. In der Dämmerung statteten wir Bali Cliff, dem südlichsten Punkt der Insel einen Besuch ab. In grossartiger Strand, jedoch sehr starke Strömung im Wasser. Das schönste war jedoch eine Höhle mit tausenden von Fledermäusen, welche zur Dämmerungszeit den Ausgang genossen. Die Wolken boten zusammen mit der untergehenden Sonne ebenfalls einen grossartigen Anblick. Die Heimreise war lustig, denn Christian hatte plötzlich kein Benzin mehr, worauf ich welches für ihn holen musste.

Ausgang!

Heute besuchten wir die Rainbow Warrior. Wahnsinn, auf diesem über fünfzigjährigen Schiff zu sein, das eine so grosse Geschichte hat. Überall waren Bilder aufgehängt von früher und den andern Greenpeaceschiffen. Die Crew war sehr freundlich und zeigte uns das ganze Schiff. Unseres mitgebrachtes Essen verspiesen wir auf Deck. Anschliessend war Ausgang angesagt in Kutabeach. Zuerst eine Reggeabar und, nachdem diese geschlossen hatte, der Strand.

Mit «Mr. Polarbear» im Konferenzgebäude

Der Morgen begann ganz nach indonesischer Art mit Verspätung. Wir verpassten alle den Bus und trafen dann eine Stunde später beim Treffpunkt ein. Ich machte mich nach der morgendlichen Sitzung im Konferenzgebäude schlau und liess mir von diversen Ausstellern ihre Produkte erklären. Darunter befand sich auch eine australische Firma, welche eine neuartige Biokompostanlage entwickelte, welche nur noch halb so viel CO2 freisetzt. Ich muss mich dann mal schlau machen darüber, tönt aber interessant.

Wir stürmten anschliessend mit «Mr. Polarbear» das Konferenzgebäude, was wie immer eine grosse Attraktion war. Der arme Bär musste für die Presse bei ca. 40°C noch vors Gebäude☺. Eigentlich wollten wir ja am Strand die Flugdrachen steigen lassen, als Test für den Ministerevent, doch misslang dies wegen fehlendem Wind. Ebenfalls stattgefunden hatte ein Anlass einer Jugendgruppe zum Thema «Paint our future». Das hiess, Politiker konnten Jugendliche mit Wasserfarben bemalen. Die Heimfahrt spätabends mussten wir im Taxi antreten, denn der letzte Bus war schon lange weg. Wir quetschten uns also zu zwölft in einen Offroader, was ziemlich eng und heiss war.

Wem man alles über den Weg läuft hier in Bali…

Nach der morgendlichen Einführung ins Tagesgeschehen wurden wir in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erarbeitete ein Quiz, um die Delegierten an unseren Stand zu locken. Um die Fragen zu beantworten, mussten sie eben den Stand besuchen, denn die Antworten waren zum Teil nirgends sonst zu finden. Eine weitere Gruppe betreute den Stand und zwei weitere Jugendliche schwirrten im Gebäude herum, um Delegierte in ein Gespräch einzuwickeln. Als einziger Handwerker kam mir der Auftrag zuteil, den Stand fertig einzurichten und u.a. einen grossen Bildschirm aufzustellen. Dieser benötigte ein zusätzliches Podest, was mir einen Aufwand von etwa drei Stunden und einen Hürdenlauf von einer Stelle zur anderen bescherte.

Zum Mittagessen gingen wir an den Strand, wo wir eine einheimische Spezialität zu uns nahmen. Nach dem nachmittäglichen Side Event von Greenpeace zum Thema „Waldschutz ins Kyoto-Protokoll integrieren“ traf ich zufällig auf den Tagesanzeiger-Journalisten Martin Läubli, mit welchem ich mich für einen anderen Tag verabredete. Meine letzte Tat bestand daraus, mit dem ebenfalls zufällig angetroffenen Schweizer Delegationsleiter Martin Kohli ein sehr konstruktives halbstündiges Gespräch zu führen. Ich erzählte ich vom JugendSolarProjekt und meiner Tätigkeit in diesem Verein, sowie von meiner Motivation, die Klimakonferenz in Bali zu besuchen. Ich erfuhr nun auch Näheres zu seiner Mission und den Zielen, welche in der Bali-Roadmap festgehalten werden sollen. Diese sieht die Reduktionsziele nach Auslauf des Kyotoprotokolls vor. Ich befragte ihn ebenfalls nach Möglichkeiten, energetisch schlechte Haushaltsgeräte mittels Steuererhöhung vom Markt zu drängen.