Am Montag 15. Februar hat nach einer fast zweijährigen Vorgeschichte in Aomori im Norden Japans der Prozess gegen die zwei Walschützer Junichi Sato und Toru Suzuki begonnen. In dem politisch motivierten Verfahren drohen den beiden Greenpeace-Aktivisten bis zu zehn Jahre Haft
Arte zeigt heute Abend um 20:15 Uhr einen Film über Greenpeace-Aktivisten, die in der Antarktis Wale schützen. In «Jagdzeit – Den Walfängern auf der Spur» begleitet ein Kamerateam die Aktivisten auf ihrer Schiffsreise und bei der Konfrontation mit japanischen Walfängern. Der Film kommt ohne grausame, blutige Bilder aus und zeigt, wie die Mannschaft mit den Herausforderungen des Eismeeres, Heimweh und Versagensängsten kämpft.
Regisseurin Angela Graas und ihr Filmteam fuhren von Dezember 2007 bis Februar 2008 auf dem Greenpeace-Schiff Esperanza mit.
Anfang Jahr hat die neue japanische Regierung bekannt gegeben, dass sie am Walfang festhalten will. Der japanische Aussenminister begründete die Entscheidung mit dem Interesse seiner Landsleute am Walfleischkonsum. Offiziell werden die Tiere jedoch zu wissenschaftlichen Zwecken getötet, weil der kommerzielle Walfang verboten ist. Insgesamt sollen bis März nächsten Jahres 935 Minkewale und 50 Finnwale geschossen werden.
Derzeit stehen in Japan zwei Greenpeace-Aktivisten vor Gericht, weil sie den Handel mit illegalem Wal-Fleisch aufgedeckt hatten. Die japanische Staatsanwaltschaft eröffnete im Februar ein Gerichtsverfahren gegen Junichi Sato und Toru Suzuki wegen angeblichen Diebstahls und Hausfriedensbruchs. Die beiden Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki wurden im Juni 2008 festgenommen, nachdem sie für die Aufdeckung eines Skandals rund um das japanische Walfangprogramm wichtiges Beweismaterial sichergestellt hatten. Ihnen drohen bis zu 10 Jahre Haft.
Greenpeace fordert von der japanischen Regierung ein sofortigen Stopp des sinnlosen Waltötens und die Einstellung des ungerechtfertigten Verfahrens gegen die Greenpeace-Aktivisten.
Johanna Sigurdardottir, die neue Premierministerin von Island, kann eine Vorreiterrolle im Kampf gegen den Walfang spielen. Die Premierministerin war schon vor Ihrer Wahl als Walfang-Gegnerin bekannt. Fordern Sie von Ihr, dass Island den kommerziellen Walfang beendet und sich am diesjährigen IWC-Meeting (International Whaling Commission) für den Walschutz einsetzt. Island gehört neben Norwegen und Japan zu den letzten Walfang-Nationen.
An der diesjährigen Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) fanden keine grossen Umwälzungen statt. Die wichtigsten Beschlüsse der am 27.6. zu Ende gegangenen Konferenz:
Die Mehrheit der vertretenen Staaten kamen überein, an der zukünftigen Neugestaltung des IWC arbeiten zu wollen (hoffentlich von einer Walfang- mehr Richtung einer Walschutz-Kommission).
Die Errichtung eines grossen Südpazifischen Schutzgebiets für Wale fand leider nicht die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit. Andererseits scheiterte glücklicherweise auch der Antrag der Pro-Walfang-Nationen, die für Grönlands «Eigenversorgung der Urbevölkerung» zugestandene Abschuss-Quote um 10 Buckelwale zu erhöhen. Dieses Ansinnen wurde übrigens auch von der Schweizer Delegation unterstützt! Dies ist umso unverständlicher, als im Vorfeld der IWC-Konferenz von Walschützern klare Beweise vorgelegt wurden, dass die in Grönland getöteten Wale nicht nur auf den Tellern der eingeborenen Walfänger landen, sondern von Supermarktketten kommerziell vertrieben werden.
Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass die Wale und Delphine nach dieser Konferenz keinen Deut sicherer geworden sind, vor den Harpunen der Walfangflotten, vor Fischernetzen, Unterwasserlärm und Klimawandel. Es ist zwar gut, dass die 80 IWC-Mitgliedstaaten miteinander reden – noch besser wäre es, wenn sie zum Schutz der Meeressäuger auch wirklich handeln würden!
PS: Die beiden japanischen Walschützer Junichi und Toru sitzen immer noch unschuldig in Haft. Bitte unterstützt sie mit einem Protestmail (das dauert nur 1 Minute, versprochen), vielen Dank!
Seit dem 20. Juni 2008 sitzen die beiden Greenpeace-Mitarbeiter Junichi Sato and Toru Suzuki ohne Anklage in Untersuchungshaft. Sie wurden verhaftet, weil sie den grössten Skandal in der Geschichte des japanischen Walfangs aufgedeckt haben: Japanische Walfänger hatten Walfleisch illegal von Bord geschmuggelt und wollten es auf eigene Rechnung verkaufen.
Junichi und Toru konnten ein Paket mit solchem Walfleisch sicherstellen und übergaben diese der japanischen Staatsanwaltschaft. Bis zu 93 solcher mit Walfleisch gefüllten Kisten wurden von der Mannschaft der Fangflotte als persönliches Gepäck deklariert und von Crew-Mitgliedern illegal von Bord gebracht. Der Marktwert des Walfleisches pro Karton liegt bei etwa 3000 US-Dollar.
Wegen genau diesem Beweisstück, das die beiden Walschützer der Staatsanwaltschaft übergeben haben, sitzen sie jetzt in Haft. Die Untersuchungen gegen die Walfänger hingegen wurden unter fadenscheinigen Gründen beendet.
Mister Splashy Pants hat auch davon gehört, dass in Tokyo zwei Greenpeace-Mitarbeiter verhaftet wurden, die den grössten Walfleisch-Skandal Japans augedeckt haben. Er ist ganz schön erstaunt darüber, dass die beiden dafür eingesperrt werden, dass sie die Wahrheit ans Licht gebracht haben – und er versucht sie zu retten. Hilf ihm dabei!
Obwohl kommerzieller Walfang seit 1986 von der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) verboten ist, jagt Grönland mit einer Ausnahmebewilligung «zur Selbstversorgung der Urbevölkerung» jährlich über 200 Wale.
Ein «Undercover-Film» der Tierschutzorganisation WSPA zeigt, dass mehr als ein Viertel der getöteten Wale von der privaten Fleischverarbeitungsfirma «Arctic Green Food» mit grossem Profit (über 1 Mio $) an Supermarktketten verkauft wurde. Die eingeborenen Walfänger selber bekamen von dem Geld kaum etwas zu sehen.
Sie gaben auch an, dass der Walfang nur ein sehr kleiner Teil ihres Einkommens ausmache, was den Voraussetzungen für eine IWC-Ausnahmebewilligung widerspricht.
Dänemark, zu dem Grönland gehört, will an der vom 23.-27. Juni dauernden IWC-Konferenz in Santiago de Chile eine Erhöhung seines zum Abschuss freigegebenen Wal-Kontingents fordern. Der WSPA-Film unterstreicht, dass diese Forderung von den Teilnehmerstaaten, darunter auch die Schweiz, zurückgewiesen werden muss.
Greenpeace-Vertreter, die auch an der Konferenz zugegen sind, werden sich mit Nachdruck gegen diesen verkappten kommerziellen Walfang – und den weltweiten Schutz aller Wale – einsetzen.
Wir werden Sie über die Resultate der Konferenz auf dem Laufenden halten.
Die isländische Regierung hat erneut und ungeachtet internationaler Kritik eine Fangquote von 40 Minkwalen für die derzeitige Jagdsaison festgelegt. Die ersten Walfänger stachen bereits in See. Dies obwohl in Island schlicht kein Markt für Walfleisch besteht und das Fleisch wohl auf einer Müllhalde landen wird.
Die Jagd gefährdet nicht nur den Bestand der Wale. Auch die isländische Tourismusbranche und damit die Wirtschaft könnten geschädigt werden.
Die Entscheidung für die Aufnahme der Jagd ging von Fischereiminister Einar Gudfinnsson aus. Andere Mitglieder der Regierung distanzieren sich von dieser Entscheidung. Einer der immer noch nicht kapiert hat, dass mit Whale-Watching mehr zu holen ist als mit dem sinnlosen Abschlachten der Tiere.
Sara Holden blickt zurück auf die diesjährige Expedition ins Südpolarmeer zum Schutz der Wale. Durch den Einsatz der Crew der «Esperanza» konnten über 100 Wale vor den Harpunen der japanischen Walfänger gerettet werden. Eine Chronologie der Ereignisse und weitere Videos findest Du auf greenpeace.ch
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