Archiv für die Kategorie 'Meer'

Die Arktis im Visier

Schwarze Zeiten für das weisse Paradies. Die Arktis ist eines der letzten nahezu intakten grossen Ökosysteme dieser Erde. Doch die Arktis ist bedroht. Zum einen durch den Klimawandel – das Eis schmilzt rasant, Permafrostböden tauen auf. Zum anderen weckt das zurückgehende Eis Begehrlichkeiten. Im arktischen Ozean werden grosse Öl- und Gasvorkommen vermutet. Auch die reichen Fischvorkommen in der Arktis locken hoch industrialisierte Fangflotten, die immer tiefer in die arktischen Gewässer vordringen. Das Greenpeace-Schiff «Esperanza» ist deshalb erneut auf einer mehrmonatigen Expedition mit Forschern in der Arktis unterwegs.

Mehr Informationen gibt es auf unserer Seite Arktisexpedition 2010.

Konferenz gescheitert: Ein Desaster für die Wale

Die Walfangkonferenz in Agadir, Marokko ist gescheitert. Die Verhandlungen zur Zukunft der Internationalen Walfangkommission (IWC) sind keinen Schritt weitergekommen. In den vergangenen beiden Tagen haben es zehn Arbeitsgruppen während insgesamt 30 Treffen mit unterschiedlicher Besetzung nicht geschafft, den Vorschlag des IWC-Vorsitzenden in eine abstimmungsfähige Form umzusetzen. 

Die Konferenz ist ein Desaster für die Wale. Auch künftig wird es Japan, Norwegen und Island erlaubt sein, tausende Wale zu töten. Entweder unter dem Deckmantel der so genannten Wissenschaft oder weil diese Staaten das Moratorium nicht anerkennen. Hinter verschlossenen Türen ist es den Regierungsdelegationen an der IWC-Konferenz lediglich gelungen einmal mehr den Status Quo zu halten.

Jetzt ist es für die Walschutznationen an der Zeit, nicht nur zu reden, sondern politisch zu handeln, um Japan, Norwegen und Island vom Walfang abzubringen. Jetzt muss man neue Wege entwickeln, die aus der Walfangkommission eine Walschutzkommission machen und das Gremium endlich ins 21. Jahrhundert führen.

Ölpest nun auch im Roten Meer

Ein Unglück kommt leider selten allein: Bereits seit der vergangenen Woche soll Öl aus dem Leck einer Bohrplattform vor der Küste Ägyptens austreten. Nachdem sie tagelang geschwiegen hatte, bestätigte die ägyptische Regierung den Unfall nun. Die Menge des ausgetretenen Öls sei begrenzt, erklärte ein Regierungssprecher. Nach seiner Darstellung habe man das Leck vor einer Woche entdeckt und den Teppich inzwischen weitgehend eingedämmt. Dem widersprechen jedoch lokale Umweltaktivisten, die die Ölpest entdeckten und öffentlich machten.

Es tritt offenbar weiterhin Öl aus dem Leck. Besonders betroffen von der Verschmutzung sind vorgelagerte Inseln mit unberührter Natur. In dem geschützten Gebiet wurden laut den lokalen Umweltschützern ölverschmierte, verendete Vögel und Meeresschildkröten gefunden. Es sind Schäden für die Korallenriffe entlang der ägyptischen Küste zu befürchten, die in den letzten Jahren unter den zahlreichen Tourismusanlagen und Sporttauchern sowie fehlendem Umweltschutz gelitten haben.

Die Küste von Hurghada ist eines der beliebtesten Ziele am Roten Meer für Urlauber aus Europa. Das ausgetretene Öl hat inzwischen auch die Badestrände des Ortes erreicht und erstreckt sich auf rund 160 Kilometer. Die Meldungen zu diesem Unfall wurden möglicherweise zurückgehalten, um Touristen nicht zu verschrecken.

Walfangkonferenz: Fauler Kompromissvorschlag bedroht Wale

In Agadir in Marokko hat heute die 62. Jahreskonferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) begonnen. Hierbei stehen insbesondere die Quoten für den Walfang im Fokus. Die Stimmung ist gereizt. Ein fauler Kompromissvorschlag könnte nun das kommerzielle Walfangverbot ausser Kraft setzen. Der Plan sieht die Einführung von kommerziellen Fangquoten vor. Das Moratorium würde damit faktisch aufgehoben. Es sollen sogar Quoten für bedrohte Walarten wie Finn- und Seiwale vergeben werden. Japan und Norwegen reiben sich die Hände, denn ihre Strategie geht auf: Jahrelange Ignoranz der IWC-Beschlüsse und eigenmächtig vergebene Quoten machen sich bezahlt. Das ist ein Skandal.

Vor der IWC-Tagung hatten britische Medienschaffende enthüllt, dass alle Spesen des IWC-Vorsitzenden Anthony Liverpool aus Antigua und Barburda von Japan bezahlt werden. In den letzten 20 Jahren zahlte Japan Milliarden Dollar an Staaten der Karibik, des Pazifiks und Afrikas, die seither der IWC beitraten und Japans Walfanginteressen unterstützen. Das Schlimmste befürchten lässt nun die heutige Entscheidung der IWC-Führung, die öffentlichen Gespräche für zwei Tage auszusetzen und bis dahin stattdessen hinter verschlossenen Türen weiterzuverhandeln. Das zu bewerten ist derzeit schwierig. Die Wale könnten aber leider durchaus die Leidtragenden sein.

Greenpeace ist als Beobachter vor Ort und setzt sich mit Nachdruck für einen Ausbau des Walschutzes ein.

Der Spiegel berichtet umfassend über das Thema.

Die Ölpest im Golf von Mexiko: Auch eine Katastrophe für das Leben unter Wasser

Putzaktion an einem Strand in «Grand Isle» am 8. Juni. Mittlerweile sind 160 km der Küste ölverschmutzt. © Jose Luis Magana / Greenpeace

Das Deepwater Horizon-Unglück von BP nimmt immer mehr Ausmasse an, die an ein «Tschernobyl der Meere» denken lassen. Im Unterschied zu «herkömmlichen» Tankerunglücken handelt es sich hier nicht um eine endliche Menge Öl, die sich dann, wenn auch unendlich langsam, im Laufe der Jahrzehnte auflöst. Es geht auch nicht «nur» um Öl an der Wasseroberfläche, sondern es strömt eine massive Menge Öl aus dem Meeresgrund, Sekunde um Sekunde, Woche um Woche und ein Ende ist nicht abzusehen. Sprudelt die braune Brühe weiter bis Ende Jahr – was leider durchaus realistisch ist – wird die bisher beim grössten Tankerunglück freigesetzte Ölmenge bereits um mehr als das zehnfache übertroffen sein.

Sichtbar sind bis jetzt vor allem die Schäden an Mangroven, Strand- und Meeresvögeln. Das stille Sterben unter Wasser bleibt den Blicken und Kameras der Weltöffentlichkeit verborgen. Das heisst aber nicht, dass es nicht stattfindet.

Ganz im Gegenteil: So ist der Golf von Mexiko das Laichgebiet der westlichen Population des Roten Thunfischs (auch als Blauflossenthun bekannt). Die östlichen Laichgründe sind im Mittelmeer. Er ist wegen zu starker Überfischung akut vom Aussterben bedroht. Und er laicht genau in der Zeit von April bis Mai. Falls die Fische überhaupt in den verschmutzten Golf gelangen und dort ablaichen, werden der Laich, und die sich entwickelnden Kleinstlarven die an der Oberfläche treiben, in dem dortigen Gemisch aus Öl und dem von BP flächendeckend ausgebrachten giftigem Dispersionsmittel keine Überlebenschance haben. Der Golf von Mexiko ist zudem auch Laichgebiet anderer höchst gefährdeter Grossraubfische wie Gelbflossen-Thun, Schwertfisch und Marlin. Und auch ausgewachsene Tiere sind direkt durch die Ölpest bedroht. Das in Tropfen im Wasser schwebende Öl droht die Fische zu vergiften oder ihre Kiemen zu verstopfen. Wale und Delfine, die zum Luft holen regelmässig an die Meeresoberfläche auftauchen müssen, drohen die Atemlöcher zu verkleben. Von den fünf im Golf vorkommenden Seeschildkröten-Arten sind drei vom Aussterben bedroht –auch sie sind vom Öl direkt bedroht.

Und, auch das eine neue Dimension der Meeresverschmutzung, da zum ersten Mal ein so gigantisches Ölunglück auf 1500 Metern Tiefe stattfindet, können die Auswirkungen auf die Tiefsee-Lebewesen nur vage abgeschätzt werden. Es ist aber klar, dass gerade Tiefseefische, die nur einen kleinen, räumlich scharf begrenzten Lebensraum haben, sehr stark von Verschmutzungen betroffen sind. Zudem ist die Tiefsee normalerweise sehr stabil – die dortigen Lebewesen reagieren entsprechend verletzlich auf Änderungen ihrer Umgebung.
Tiefsee-Lebewesen entwickeln sich zudem nur äusserst langsam und brauchen zum Teil Jahrzehnte bis sie geschlechtsreif sind. Die im Golf erst kürzlich entdeckten Tiefsee-Korallen würden sich, wenn überhaupt, erst in Jahrhunderten wieder erholen.

Es bleibt als einziger Hoffnungsschimmer, dass diese himmeltraurige Katastrophe wenigstens, ähnlich wie Tschernobyl, zu einem globalen Umdenken führt. Zur grundsätzlichen Frage, wie viel Umweltzerstörung wir in Kauf nehmen wollen, um weiterhin mit unseren Benzinkarossen durch die Gegend brausen zu können.

Anderthalb Jahre Gefängnis für gewaltlose Walschützer?

Greenpeace-Aktivist Junichi Sato (links) zusammen mit seinem Anwalt an einer Pressekonferenz. © Jeremy Sutton-Hibbert / Greenpeace

Ziemlich genau zwei Jahre, nachdem Junichi Sato und Toru Suzuki einen Korruptionsskandal in der japanischen Walfangindustrie aufgedeckt hatten, ging heute in Aomori, im Norden Japans, der Prozess gegen die beiden Greenpeacer zu Ende.

Und zwar mit einem Schock: der Staatsanwalt fordert 18 Monate Gefängnis! Dass die beiden Walschützer das Walfleischpaket nur als Beweisstück vorübergehend an sich genommen hatten, um die Verschleuderung von Staatsgeldern aufzudecken – also im Interesse eines übergeordneten Ziels – klammerte der staatliche Ankläger völlig aus. Und dies, obwohl die UNO-Menschenrechts-Kommission bereits die 23 Tage Untersuchungshaft als unzulässige Einschränkung der Meinungsäusserungsfreiheit gegenüber der Japanischen Regierung gerügt hatte. Die Gefängnisstrafe müsste ohne Bewährung und bis auf den letzten Tag abgesessen werden.

Ich habe ein Jahr lang mit Junichi im Greenpeace-Büro in Tokyo zusammengearbeitet. Er ist ein engagierter, äusserst seriöser Greenpeace-Mitarbeiter. Nie würde er Gewalt anwenden, nie etwas Illegales tun, wenn es nicht unbedingt für einen höheren Zweck erforderlich ist. Der Gedanke, dass er und sein Kollege Toru über ein Jahr hinter Gitter soll, über ein Jahr von seiner Frau und seinem kleinen Kind getrennt sein soll, ist für mich kaum auszuhalten. Das kann doch nicht sein! Weder der gewaltlose Protest gegen den absolut überflüssigen, grausamen und umweltverachtenden Walfang, noch ein simpler, vorübergehender Diebstahl können eine solche Strafe rechtfertigen. Das Urteil kann nur politisch verstanden werden, als Urteil gegen Greenpeace und seinen Widerstand gegen das japanische Waltötungs-Programm. Es ist nicht vor Ende August zu erwarten.

In zwei Wochen, am 21. Juni beginnt die 62. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission IWC in Agadir, Marokko. Dort wird die japanische Regierung erneut fordern, das Walfangverbot aufzuheben und Fangquoten für die japanische Flotte zu vergeben. Greenpeace wird – mit Junichi, falls er ausreisen kann! – zugegen sein und weiterhin dagegen halten. Wir sind auch mit der Schweizer IWC-Delegation in Kontakt und versuchen, ihre Unterstützung gegen den Walfang und für ein faires Urteil für Junichi und Toru zu gewinnen.

Auch Sie können helfen! Unterschreiben Sie das Protestmail an den japanischen Aussenminister.

Mit Enterhaken und Messer gegen friedliche Greenpeace-Aktivisten

Mit einer friedlichen Aktion im Mittelmeer wollten Greenpeace-Aktivisten am vergangenen Freitag auf die Bedrohung des Blauflossenthunfischs aufmerksam machen. Wissenschaftler sind sich einig, dass der Blauflossenthun in wenigen Jahren ausgestorben ist, wenn die Fangquoten so hoch bleiben. Doch die französischen Fischer reagierten empfindlich. Sie durchstachen das Bein eines Umweltschützers mit einem Enterhaken und versenkten zwei der sieben Greenpeace-Schlauchboote mit ihren Schiffen. Ziel der friedlichen Aktion war es, die Thunfische aus den Ringwadennetzen zu befreien. Zerstörerische Fangmethoden haben den Blauflossenthun fast ausgerottet. Die rohe Gewalt erstaunt umso mehr, als die Fischer eigentlich auf das Überleben der Thunfische angewiesen sind.

Mit zwei Schiffen – der Rainbow Warrior und der Arctic Sunrise – versucht Greenpeace, dem vor dem Aussterben stehenden Blauflossenthun den Schutz zu geben, den er verdient. Die gnadenlose Jagd der vergangenen 20 Jahre hat den Bestand des Blauflossen- oder auch Roten Thunfisches im Mittelmeer um über 80 Prozent dezimiert. Der Grund: Profitgier. Mehr als 160′000 CHF werden für einen ausgewachsenen Thunfisch auf dem japanischen Fischmarkt bezahlt.

Mehr dazu bei Greenpeace Deutschland

Update

Nachdem am Freitag ein Greenpeace-Aktivist im Mittelmeer südlich von Malta bei dem Versuch Thunfische aus einem Netz zu befreien schwer verletzt worden war, verteilten am Samstag französische Greenpeace-Aktivisten im Hafen von Marseille Flugblätter, um die Öffentlichkeit über das Thema Thunfischfang zu informieren. Dabei wurden sie von Thunfisch-Fängern angegriffen. Auch diese Fischer reagierten mit roher Gewalt und gingen mit Schlagwaffen auf die Umweltschützer los.

Öl-Teppich erreicht Küste und bedroht Tierwelt

Einen Monat nach der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko ist erstmals Schweröl an die US-Küste gespült worden. Dies meldet die Nachrichtenagentur AFP. «Der Tag, den wir alle befürchtet haben, ist heute eingetreten», sagte demnach der Gouverneur des Bundesstaates Louisiana, Bobby Jindal, im Fischereihafen Venice. Der Ölteppich breitet sich durch starke Strömungen im Golf von Mexiko ungehindert aus. Satellitenbilder zeigten, dass das Öl inzwischen durch auch den so genannten «Loop Current» Richtung Florida getrieben wird. An einigen Stellen sei die Ölschicht mehrere Zentimeter dick, sagte Gouverneur Jindal, der sich bei einer Bootstour im Mississippi-Delta ein Bild von der Lage gemacht hatte. Es sei zu erwarten, dass noch mehr Schweröl die Küste verschmutzen werde. Bislang waren an den Küsten der Bundesstaaten Louisiana, Mississippi und Alabama nur einzelne Ölklumpen angeschwemmt worden.

«Was für eine Firma führt dieser Mann?» fragt Greenpeace UK in einem heute erschienen Inserat in «The Guardian»

Der Ölkonzern BP, der die gesunkene Ölplattform betrieben hatte, erklärte in London, dass mittlerweile täglich etwa 3000 Barrel des ausströmenden Öls über ein Saugrohr abgepumpt würden. Dies entspreche rund 60 Prozent der täglich ausströmenden Menge von 5000 Barrel (795′000 Liter) Öl. Zuvor waren nur 40 Prozent des Öls aufgefangen worden. BP-Tony Wayward spielt noch immer alles herunter: Er stuft die Auswirkungen auf die Umwelt gegenüber den Medien als «sehr sehr bescheiden» und «geringfügig» ein. Da fehlen einem die Worte.

Derweil hat Greenpeace vor der Zentrale von BP in London protestiert.
Zwei Greenpeace-Aktivisten kletterten auf das Dach des Gebäudes.
Sie enthüllten eine Fahne mit einem in Öl getränkten BP-Zeichen: BP, British Polluters.

Werden jetzt wieder die erschütternden Bilder von sterbenden Tieren um die Welt gehen?

Der US-Fernsehsender CBS berichtet , dass BP-Leute die TV-Medien daran hindern, das wahre Ausmass der Verschmutzung zu filmen:
(der Beitrag startet nach einer kurzen Werbung)

Watch CBS News Videos Online

Gehen uns die Fische ganz aus?

Die Spanische «Albatun Tres» fischt mit dem weltweit grössten Ringwadennetz nach Thunfischen. © Paul Hilton / Greenpeace

Die UNO warnt dringend vor der Überfischung der Meere. Geht es mit der Fischerei im gleichen Umfang weiter wie bis anhin, sind die Meere in 40 Jahren leer, prophezeit die Weltbehörde. Die schuldigen dafür sind schnell gefunden: Regierungen subventionieren ihre gigantischen Fischereiflotten und deren immer moderner und effizienter werdenden Fangtechnologien. Die Nachfrage für Fisch steigt: Fischgerichte, Omega3-Pillen, Katzenfutter und die Fütterung von Zuchtfischen setzen den Meeren dramatisch zu. Die Bestände können sich nicht mehr erholen. So steht der Blauflossenthunfisch kurz vor der Ausrottung. Die Fischer fangen praktisch nur noch Jungtiere. Auch andere Thunfischarten sind wie die meisten Meer-Speisefische massiv überfischt. Greenpeace setzt sich vehement für ein umfassendes Netzwerk von Meeresschutzgebieten. Der renommierte Meeresbiologe Prof. Callum Roberts von der Universität York in Grossbritannien hat mit uns gemeinsam mit einem vierzigköpfigen Forscherteam einen wissenschaftlichen Vorschlag entwickelt, demzufolge Schutzgebiete ausserhalb von nationalen Hoheitsgewässern am dringendsten notwendig sind. Die Hohe See gilt zwar als weltweites Gemeingut, trotzdem ist sie der am wenigsten regulierte, kontrollierte und geschützte Raum auf der Erde. Der vorgestellte Entwurf beinhaltet 29 separate Meeresschutzgebiete, die eine hohe Artenvielfalt aufweisen oder die durch menschliche Eingriffe – wie zerstörerische Fischereimethoden – besonders bedroht sind. Meeresschutzgebiete sind Gebiete, in denen jegliche industrielle Nutzung wie Fischerei, Öl- und Gasförderung sowie Sand- und Kies-Abbau verboten sind. Die Fischerei profitiert davon, weil sich da die überfischten Bestände wieder erholen können.

Der Mississippi und sein Delta – ein Strom der Superlative

21. April: Feuerwehr-Boote versuchen den Brand auf der Bohrinsel zu löschen. © The United States Coast Guard

Zwei Wochen nach der Explosion auf der Ölbohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko kommt die Natur den Einsatzkräften zu Hilfe. Günstige Winde verhindern derzeit, dass das Öl am Festland angeschwemmt wird. Trotzdem sprudeln jeden Tag schätzungsweise 700 Tonnen Rohöl ins Wasser. Der riesige Ölteppich im Süden der USA bedroht nicht nur eine immense Artenvielfalt, sondern auch eine ökologisch wertvolle Landschaft und die Lebensgrundlage vieler Menschen.

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Ölpest im Golf von Mexiko noch schlimmer als angenommen

Im Golf von Mexiko droht eine der grössten menschverursachten Umweltkatastrophen der Geschichte. Millionen von Tieren und ein einzigartiges Ökosystem mit Mangroven- und Sumpflandschaften fallen demnächst dem Ölteppich zum Opfer. Unzählige Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage. 800′000 Liter Öl fliesst täglich ins Meer. Wieviel genau weiss keiner, es gibt Mutmassungen, dass es noch mehr ist. BP und die Schweizer Firma Transocean haben offenbar aus Spargründen bewusst darauf verzichtet, ein Sicherheitsventil einzubauen, das die Bohrlöcher im Notfall via Funk hätte verschliessen können. Update: Entgegen früheren Informationen, hat die Firma offenbar schon ein Sicherheitsventil eingebaut, dieses hat aber nicht richtig funktioniert. BP trägt also die volle Verantwortung. Aber auch die US-Regierung ist nicht schuldlos. Sie hat sich zu lange zur Marionette der Ölkonzerne machen lassen und versäumt es nach wie vor, sich von der Abhängigkeit des Schwarzen Goldes zu lösen. Denn solange in der See und insbesondere in der Tiefsee nach Öl gebohrt wird, so lange wird das Risiko einer Umweltkatastrophe wie wir sie jetzt erleben, bewusst einkalkuliert. Für das Mississippi-Delta ist es leider zu spät. Hier kann man nur noch aufräumen. Der Einsatz von Chemikalien ist für die Umwelt etwa gleich schädlich wie das Öl selber. Aber es braucht ein Umdenken. Es braucht eine moderne, saubere und sichere Energiezukunft.

Mehr zu dieser Katastrophe bei Greenpeace USA

Illegales Walschlachten soll belohnt werden

1.5.2006: Walfänger an Bord eines Schiffes der japanischen Walfangflotte im Südpolar Meer. © Greenpeace / Jeremy Sutton-Hibbert

Eine Arbeitsgruppe der Internationalen Walfangkommission (IWC) schlägt einen mehr als fragwürdigen «Kompromiss» zwischen Walschützern und Walfängern vor: Japan, Norwegen und Island sollen offizielle Abschussquoten für kommerziellen Walfang erhalten, und zwar nicht nur für Mink-, und Finnwale, sondern sogar für die besonders gefährdeten Buckelwale! Eine fürstliche Belohnung dafür, dass diese Länder jahrzehntelang bestehendes Völkerrecht ignoriert haben! Der «Preis», den Japan für diesen Deal zu zahlen hätte, wäre ein Zurückfahren des bisherigen «wissenschaftlichen» Walfangs im Laufe der nächsten zehn Jahre.

Wird der Vorschlag von der IWC, die vom 21.–25. Juni in Agadir tagen wird, angenommen, dürfen die Walfänger ganz offiziell Wale im südpolaren Walschutzgebiet abschlachten. Das bisher bemühte Deckmäntelchen der Wissenschaft können sie dann getrost abstreifen, das seit 1986 geltende Walfang-Moratorium wäre gefallen…

Ein weiterer Effekt: Island ginge in punkto Walfang gestärkt in die EU-Beitrittsverhandlungen. Es hätte gute Chancen, eine Walfang-Extrawurst herauszuhandeln, obwohl in der EU der Walfang eigentlich verboten ist.

Dreimal hat sich die IWC-Arbeitsgruppe in den vergangenen Monaten getroffen, um diesen Vorschlag zu erarbeiten. Die Höhe der Fangquoten steht noch nicht fest, aber man ist sich laut eines Kommissionssprechers sicher «dass deutlich weniger Wale geschossen werden als bisher…».

Es wäre fast schon zum Lachen – wenn es nicht so traurig wäre. Nachdem die Wale jahrhundertelang wegen ihres Specks und Trans, als Lieferant für Lampenöl, Verstärkung für Korsetts und Reifröcke gnadenlos dezimiert wurden, sollen sie nun, obwohl sich die Bestände noch lange nicht erholt haben, wegen purer Machtpolitik weiterabgeschlachtet werden. Hinzu kommen weitere Gefahren durch Wasserverschmutzung, Lärm und Kollisionen aufgrund der immer intensiverem Schifffahrt, Beifang durch industrielle Fischerei und Klimawandel. Und zuguterletzt finden nur ein paar ausgesuchte Stückchen der Meeres-Riesen zahlungskräftige Käufer, während der grosse Rest ihres Fleisches als Katzenfutter endet oder in Kühlhäusern vergammelt.

Japan hat bereits verlauten lassen, dass es die Einführung der kommerziellen Waljagd an der Küste begrüsst, aber keinesfalls bereit sei, die Quote für seinen «wissenschaftlichen» Walfang so zu senken, wie es die IWC-Arbeitsgruppe vorsieht. Logisch, warum nicht den ganzen Arm nehmen, wenn jemand die Hand hinstreckt?! Dieser kreaturverachtenden Unmässigkeit kann nur ein entschlossenes Auftreten aller Länder einen Riegel schieben, die bisher das Walfangverbot verteidigt haben, einschliesslich der Schweiz. Der vollkommen sinnlosen, unzeitgemäßen und barbarischen Jagd auf die grössten Lebewesen der Erde muss endlich ein Ende gesetzt werden!

Unterstützen Sie die Petition von AVAAZ.org!

Gigantische Öl-Katastrophe in Mexiko

21. April: Feuerwehr-Boote versuchen den Brand auf der Bohrinsel zu löschen. © The United States Coast Guard

Einmal mehr sieht sich die Welt mit der Gefahr einer gigantischen Ölkatastrophe konfrontiert. Wer hat sie nicht im Kopf, die Bilder von pechschwarzen, verklebten und dem Tod geweihten Seevögeln? Der Golf von Mexiko im Süden der USA birgt eine immense Artenvielfalt. Unzählige Arten von Seevögeln, Meeresschildkröten, Meeressäugern und Fischen finden dort nährstoffreiche Gewässer. Derzeit laicht im Golf der vom Aussterben bedrohte Blauflossenthunfisch.

Aus dem Leck strömen täglich rund 160′000 Liter Rohöl in den Golf von Mexiko. Ein Ölteppich bedeckte bis zum Sonntag eine Fläche von mehr als 1500 Quadratkilometern. Bisher verhindert der starke Seegang und der heftige Wind, dass der Ölteppich dicker wird und zur Küste zieht. Das schlechte Wetter verhindert aber leider im Moment auch die Rettungsarbeiten. Nun soll ein Tauchroboter zum Einsatz kommen.

BP hat die gesunkene Plattform von der weltweit grössten Tiefsee-Ölbohrfirma Transocean mit Sitz in der Schweiz geleast. Elf Arbeiter gelten nach dem Unglück als vermisst. Diese menschliche und ökologische Tragödie zeigt erneut auf, wie gefährlich die Bohrung nach Öl ist. US-Präsident Obama liess unlängst verlauten, dass er Ölbohrungen vor der Küste der USA weiterhin erlauben und sogar fördern will.

UPDATE 29.04.2010:

Es scheint noch viel schlimmer als bisher angenommen. Die Ölpest vor der US-Küste hat ein verheerendes Ausmass angenommen. Nun scheint durch ein weiteres Loch Rohöl ins Meer zu entweichen. Die Behörden gehen davon aus, dass rund 800′000 Liter Rohöl pro Tag aus den Lecks austreten. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis der gigantische Ölteppich – der Umfang beträgt knapp 1000 Kilometer – auf die Küste treffe. Das Hauptbohrloch befindet sich in 1500 Metern Tiefe. Dies zu stopfen gestaltet sich äusserst schwierig. Und die Kräfte vor Ort sind sich auch nicht sicher, ob das Abbrennen des Ölfilms den Teppich von der Küste fernhält, wo er auf eine enorme Artenvielfalt treffen würde. Was Greenpeace USA dazu sagt und macht: http://www.greenpeace.org/usa/

UPDATE  03.05.2010

Schiffunglück bedroht Great Barrier Reef

Das durch Landwirtschaft und Klimawandel bedrohte weltberühmte Great Barrier Reef vor Australien wird nach einem Schiffsunglück von einer Ölpest bedroht. Ein chinesischer Frachter lief am Samstagabend mit voller Fahrt auf das Korallenriff auf. Seitdem sitzt es fest und droht auseinanderzubrechen. An Bord sind 950 Tonnen Öl und 65′000 Tonnen Kohle. Zwei Schlepper stabilisieren nun die «Shen Neng 1», damit wurde die Gefahr des Auseinanderbrechens etwas verringert. Es dringen aber schon kleinere Mengen Schweröl aus dem Frachter. Nun soll der Frachter leergepumpt werden.

Das Great Barrier Reef ist das grösste Korallenriff und das grösste Lebewesen der Erde und wird den sieben Weltwundern der Natur zugerechnet. Im Jahre 1981 wurde es von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Es liegt nordöstlich von Australien an der Ostküste des Bundesstaates Queensland im Südpazifik und erstreckt sich von der Torres-Strasse vor Papua-Neuguinea bis zur Lady-Elliot-Insel, die etwa 75 Kilometer nordöstlich von Bundaberg liegt. Es ist inzwischen auf eine Länge von gut 2′300 Kilometern angewachsen und erreicht damit eine Ausdehnung vom 10. bis zum 24. südlichen Breitengrad.

Ich selber habe das Unterwasserparadies im Oktober 2009 besucht – nur wenige hundert Kilometer vom Ort entfernt, wo der Frachter nun aufgelaufen ist. Die nahegelegenen Koralleninseln wie Heron Island, Lady Musgrave und Lady Eliott sind nicht nur Taucherparadiese. Sie sind Brutplätze für Millionen von Vögeln sowie von seltenen Meeresschildkröten. Sie sind Lebensort von Delfinen, Haien, Mantas und anderen unzähligen Meeresbewohnern. Diese Farbenpracht und Formenvielfalt gibt es kaum mehr anderswo auf der Welt. Es wäre eine Tragödie für die Natur und ein herber Verlust für die Menschheit, wenn dieses Ökosystem verschmutzt werden würde. Was haben Handelsschiffe auch so nahe am Great Barrier Reef zu suchen? Warum führen deren Routen noch immer so nahe an diesem so einzigartigen und sensiblen Ökosystem vorbei? Das darf einfach nicht sein!

UPDATE 12.4.2010

Der am Ostersamstag am weltberühmten Korallenriff auf Grund gelaufene chinesische Frachter ist freigeschleppt worden. Rechtzeitig vor einem drohenden Sturm. Damit ist die Gefahr einer Umweltkatastrophe im Great Barrier Reef vorerst gebannt. Abgesehen von den immensen Spuren am Riff, die das Auflaufen leider hinterlassen hat. Da die Schiffs-Handelsrouten noch immer so nah am Riff vorbeigehen, ist es wohl leider nur eine Frage der der Zeit, bis einmal wirklich etwas passiert.

Zehn Jahre Gefängnis für japanische Walschützer?

Prozess gegen zwei Walschützer in Japan unter scharfer Beobachtung von UNO und Umweltorganisationen

15.02.2010: Toru Suzuki (links) und Junichi Sato (rechts) zusammen mit ihrem Anwalt vor dem Gerichtsgebäude in Aomori, Japan. © Jeremy Sutton-Hibbert / Greenpeace

15.02.2010: Toru Suzuki (links) und Junichi Sato (rechts) zusammen mit ihrem Anwalt vor dem Gerichtsgebäude in Aomori, Japan. © Jeremy Sutton-Hibbert / Greenpeace

Am Montag 15. Februar hat nach einer fast zweijährigen Vorgeschichte in Aomori im Norden Japans der Prozess gegen die zwei Walschützer Junichi Sato und Toru Suzuki begonnen. In dem politisch motivierten Verfahren drohen den beiden Greenpeace-Aktivisten bis zu zehn Jahre Haft

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