Archiv für die Kategorie 'Climate Defenders Camp'

Camp in Indonesien nach Brand wiedereröffnet

Gestern hat Greenpeace zusammen mit der lokalen Bevölkerung im indonesischen Dorf Teluk Meranti das «Community Camp for Kampar Protection» wiedereröffnet. Das Camp, das ehemals «Climate Defenders’ Camp» hiess, wurde im März durch einen Brand zerstört. Letztes Jahr hatte Greenpeace das Camp errichtet, um damit auf die Zerstörung der Urwälder und den Zusammenhang zum Klimawandel deutlich zu machen. Im November 2009 wurde es schliesslich der lokalen Gemeinschaft in der Provinz Riau auf der Halbinsel Sumatra übergeben. Seitdem dient es als Symbol der Widerstandsbewegung gegen Zellstoff- und Palmölfirmen wie APRIL und APP, die zur Sinar Mas Gruppe gehören und die Lebensgrundlage der Kampar-Bewohner zerstören.

Im Rahmen der farbenfrohen Zeremonie wurde auch eine Schule für indigene Pflanzen und Bäume eingeweiht. Die Setzlinge werden eingesetzt werden, um das empfindliche Öko-System der zerstörten Torfwälder wiederherszustelln.

Der Wiederaufbau durch die lokale Bevölkerung ist ein Zeichen, dass auch die direkt Betroffenen den Wert ihrer Torfwälder erkannt haben und bereit sind, sie gegen profitgierige Firmen zu schützen.

Um so wichtiger ist es, dass das kürztlich von der indonesischen Regierung verkündete zweijährige Moratorium auf die Umwandlung von Regen- und Torfwäldern nicht nur für zukünftige Konzessionen gilt, sondern auch für die schon vergebenen.

Feuer im Climate Defenders Camp

Das Climate Defenders Camp nach dem Brand. © Rian Anggoro / GreenpeaceHeute morgen fand ich eine erschreckende Nachricht in meiner Inbox: Das «Climate Defenders Camp» auf der Kampar Halbinsel in Riau, Sumatra fiel am Sonntagmorgen einem Brand zum Opfer. Seit dem das Camp Ende November 2009 der lokalen Bevölkerung übergeben wurde, diente es als Workshop-Zentrum und Treffpunkt für die Leute von Teluk Meranti. Es wurde zum Symbol der Widerstandsbewegung der lokalen Bevölkerung gegen Zellstoff- und Palmölfirmen wie APRIL und APP, die der Sinar Mas Gruppe angehören. Das Camp war bereits im November unter starkem Druck. Ich habe das Camp im letzten November besucht und viel über die Bedürfnisse und Sorgen der lokalen Bevölkerung erfahren und wie sie die Wälder nachhaltig für ihren Lebensunterhalt nutzen. Wir fordern zusammen mit lokalen NGOs und der betroffenen Bevölkerung, dass die Kampar Halbinsel zur Schutzzone wird, welche der Zellstoff- und Palmölindustrie keine weitere Expansion erlaubt. Hier oder dort auf englisch ist zu lesen, was das Climate Camp bereits im November ausgelöst hatte.

Indizien deuten darauf hin, dass Brandstifter hinter dem Feuer stehen. Unsere indonesischen Kollegen haben nun Anzeige gegen Unbekannt eingereicht und fordern eine polizeiliche Untersuchung zum Brand. Zum Glück gab es nur Material- und Sachschaden.

Climate Defenders Camp – ein Solidaritätssymbol

Die Übergabezeremonie des Camps auf Kampar. © Ardiles Rante / Greenpeace

Die Übergabezeremonie des Camps auf Kampar. © Ardiles Rante / Greenpeace

Das Climate Defender Camp auf der indonesischen Halbinsel Kampar in der Provinz Riau von  Sumatra ist gestern mit einer feierlichen Zeremonie an die örtlichen Gemeinden übergeben worden. Mehr als tausend Menschen fanden sich ein, um an der Übergabe teilzunehmen. «Das Klimaschutzcamp ist ein Symbol unserer Solidarität mit den Gemeinden in ihrem Kampf gegen die Entwaldung Kampars», sagt Von Hernandez, Geschäftsführer von Greenpeace Südostasien. «Wir werden weiter mit ihnen zusammenarbeiten. Wir werden dafür sorgen, dass ihre Stimmen in Kopenhagen gehört werden – ihre und die vieler anderer Menschen, die eine bewohnbare Welt für ihre Kinder wollen.» Ich hoffe schwer, dass dies uns und allen weiteren Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen gelingt. Umweltschutz ist Menschenrechtsschutz.

Ich habe inzwischen wieder Schweizer Boden unter den Füssen und blicke auf einen anstrengenden, eindrücklichen und bereichernden Aufenthalt in Indonesien, dem drittgrössten CO2-Emissionsland, zurück.  Ich habe unzählige Kilometer zerstörte Wald- und Torflandschaften durchkreuzt und einiges über die politischen und wirtschaftlichen Strukturen gelernt, welche für die Zerstörung verantwortlich sind. Natürlich soll man dieses faszinierende und vielseitige Land nicht ausschliesslich als Klimasünder sehen. Ich habe auch unzählige tolle Menschen kennengelernt – darunter  viele indonesische  Aktivisten und Freiwillige, die sich mit vollem Engagement für den Erhalt ihrer Wälder und eine bessere Zukunft einsetzen. Diese müssen wir unbedingt unterstützen – Waldverlust und Klimawandel lässt sich nur mit internationaler Solidarität eindämmen.

Alle Greenpeace Aktivisten wieder auf freiem Fuss

Nach 16 Stunden Polizeiposten und 3 Stunden Immigrationsamt bin ich nun endlich wieder frei. Geschlagene 3 Stunden wurde ich verhört. Am Morgen hiess es noch, dass wir alle – Kletteraktivisten und Zuschauer auf dem Begleitboot  – ausgeschafft werden. Den drei Kletterern, welche 27 Stunden, also die ganze Nacht, auf dem Kran geblieben sind, mussten sogar damit rechnen, für einen sechsmonatigen Strafrechtsprozess im Land festgehalten zu werden.

Doch dann wendete sich das Blatt im Verlauf des Tages. Alle Kletterer werden nun ausgewiesen und erhalten ein Landesverbot von mindestens einem Jahr. Aber sonst gibt es zum Glück keine weiteren Konsequenzen. Unsere indonesischen Kollegen sind auch wieder frei, müssen aber in den nächsten Woche regelmässig der Polizei rapportieren. Und mir ergeht es nun nicht wie den italienschen Kollegen, die vor einer Woche bei einem Fotostopp festgenommen und anschliessend ausgeschafft wurden. Ich kann wie geplant zurückreisen. Dies ist vor allem auch unseren Anwälten zu verdanken.

Die Aktion war auf allen Frontseiten der Riauer Zeitungen und hat dementsprechend viele Diskussionen ausgelöst. Zum Beispiel hat sich mit Unterstützung von Provinzparlamentsvertretern ein Forum formiert, dessen Ziel die Verhinderung der Umwandlung von Torfwald zu neuen Plantagen auf Riau ist. Das heisst für uns: Aktion geglückt: Das Problem der Umwandlung von Torf-und Regenwäldern durch grosse Konzerne zu Papier- und Palmölplantagen mit seinen negativen Auswirkungen für die lokale Bevölkerung, Biodiversität und Klima  steht im Fokus der Öffentlichkeit. Diskussion reicht jedoch noch nicht – wir brauchen dringend Massnahmen – sowohl von politischen Entscheidungsträgern als auch von den verantwortlichen Konzernen!

Asti ist wieder auf freiem Fuss (zumindest heute)

Unsere Wald-Expertin Asti wurde heute Morgen am Rand der Greenpeace-Aktion bei einer der grössten Zellstofffabriken der Welt verhaftet. Zusammen mit anderen Wald-Campaignern beobachtete sie die Aktion von einem Boot aus. Ich konnte vorher kurz mit ihr telefonieren. Sie sagte, die Polizisten hätten die festgenommenen Leute gut behandelt. Anders als bei den letzte Woche verhafteten Journalisten, erhielten sie Essen und Trinken. Doch nach 12 Stunden in Polizeigewahrsam und nach 3 Stunden Verhör, merkte man ihr die Erschöpfung an. Morgen früh muss Asti noch mal auf den Polizei-Posten, dann erfahren sie, ob sie und die anderen internationalen Greenpeace Aktivisten ausgeschafft werden.

Vier Aktivisten blockieren immer noch einen der Kräne bei der Zellstofffabrik mitten im Regenwald. Joel, ein Aktivist aus den Philippinen, ist einer davon. Auf dem Blog von Greenpeace International sagt er: «Ich werde so lange auf dem Kran bleiben wie ich kann, weil ich wirklich helfen will. Ich denke wir alle müssen etwas gegen den Klimawandel tun, denn er betrifft auch uns alle. Auf den Philippinen hatten wir gerade zwei der vielleicht schlimmsten Taifune. Ich weiss, dass ich mit dieser Aktion etwas tue, das hilft solche Katastrophen zu verhindern.»

Verfolge die Aktion auf dem Live-Stream bei Greenpeace International

Protestmail an den indonesischen Präsidenten Yudhoyono: «Stoppen Sie die Regenwaldzerstörung – nicht die Klimaschützer!»

Das Climate Defenders Camp ist wieder auf dem Damm

Das Climate Defender Camp und alle damit verknüpften Satelliten-Aktivitäten, wie z.B. die bunte Demonstration in Jakarta am Samstag mit Hunderten von Freiwilligen, haben inzwischen höhere Wellen in Indonesien geschlagen, als wir es uns hätten erträumen lassen. Ende letzter Woche hat der Forstminister angekündigt, dass die Bewilligung des Papierkonzerns APRIL zur Waldabholzung auf der Halbinsel Kampar einstweilen eingefroren wird. Das Ministerium leitet zudem eine Untersuchung ein. Heute ist nun der offizielle Brief zu diesem Entscheid veröffentlicht worden. Gestern haben wir die Nachricht erhalten, dass  Präsident Yudhoyono bereit sei für ein Gespräch mit Greenpeace – mal schauen ob er diese Ankündigung einhält. Hier schon mal ein grosses Merci an alle, welche dem Präsidenten ein Protestmail geschickt haben haben!

Unsere Forderung an an ihn: Durch den Schutz und Erhalt  der Torfwälder kann Indonesien als weltweit drittgrösstes Klimasünderland 40 Prozent seiner CO2-Emissionen reduzieren. Die  Entwaldung macht nämlich über 80 % der indonesischen CO2-Emissionen aus – und ganze 40% davon entstehen durch Umwandlung von Torfwäldern zu Plantagen.

Was wir von Konzernen wie April und Sinar Mas fordern, ist nicht etwa die Einstellung ihrer Papier- oder Palmölproduktion. Würden sie die Produktion auf bestehenden Plantagenflächen optimieren, müssten sie nicht weiter in intakte Wälder expandieren. Dies würde jedoch höhere Investitionen bedeuten, was für den schnellen und kurzfristigen Profit weniger interessant ist. Ein Factsheet zu Indonesiens Torwäldern, APRIL, Sinar Mas, Klima etc.

Am Sonntag haben wir (Greenepace-Aktivsiten und Einwohner von Teluk Meranti) die Dammkonstruktion beendet. Darin stecken mindestens 1500 schwere Sandsäcke und 3 Wochen Knochenarbeit . Mehr dazu auf meinem Greenpeace International Blogbeitrag.

Meine ersten Eindrücke vom Climate Defenders Camp

Das Camp

Freitag Nacht bin ich, ein indischer Campaigner sowie die indonesischen Kollegen endlich im inzwischen berüchtigten Camp in Riau angekommen. Seit letztem Montag waren wegen den repressiven Massnahmen der Polizei keine Ausländer mehr im Camp. Um nicht frühzeitig abgefangen zu werden, haben wir die letzten 2 Stunden Anfahrt im Dunkeln geplant. Rund 60 Leute – indonesische Greenpeace-Aktivisten und Einheimischen bereiteten uns einen herzlichen Empfang. Der heutige Tag war voll von Arbeit und Erlebnissen: Die Arbeit im Camp beginnt jeweils um 6 Uhr – dann geht’s los mit dem Bau des Damms in der Nähe des Camps. Ziel des Dammbaus ist es, den Grundwasserspiegel trotz des Entwässerungskanals wieder soweit zu heben, dass das abgeholzte Torfland dahinter wenigstens nicht austrocknet. So gelangt weniger von dem sehr säurehaltigen Torfwasser in die Gewässer. Als Folge des aus dem Gleichgewicht gebrachten Säure-Base-Gehalts des Wassers haben sich die lokalen Fischbestände an gewissen Orten bis zu 70 % vermindert, wie mir heute eine indonesischer Kollege mitteilte.

im Gespräch mit einer Familie aus Telu Meranti

im Gespräch mit einer Familie aus Telu Meranti

Bei der Umwandlung von Torf- und Regenwälder in Plantagenland für Palmöl- und Papierproduktion entstehen ungeheuren Mengen an CO2-Emissionen.  Ganz zu schweigen vom Biodiversitäts-Verlust! Ein ganz zentraler Aspekt sind die Rechte und Zukunft der lokalen Bevölkerung. Ich hatte die Gelegenheit, eine Familie in ihrer Zweithütte mitten im Sumpfwald zu besuchen. Diese Familie lebt von Landwirtschaft, Fischerei und allerlei «Produkten» aus den Wäldern. Ein sehr interessantes Beispiel ist z.B. der Unterhalt eines Vogelturms, in dem bestimmte Vogelarten für die Brutzeit angelockt werden. Sobald die Jungen ausgeflogen sind, werden die Nester heruntergeholt und Herstellern von traditioneller chinesischen Medizin verkauft. Diese Familie kann aus ihren Erträgen rund um die Wälder leben und möchte um keinen Preis, dass diese für die Plantagenproduktion und kurzfristige Profite zerstört werden. Ihnen sind die Auswirkungen auf den lokalen Wasserhaushalt, aufs Klima und die Zukunft ihrer Kinder voll bewusst. Und dass die Abtretung ihres Landes an die Firmen nur einen kurzfristigen Ertrag generiert – und der kleine Lohn für Plantagenarbeit nichts aufzuwiegen vermag. Solche Gespräche geben einen echten Motivations-Schub: zu sehen für wen wir uns einsetzen -  nach dem Lesen von x Berichten. Ich werde an diese Familie denken, wenn ich wieder am Bürotisch sitze.

Eine indonesisch-englisch Stunde mit Teluk Meranti Kindern

Eine indonesisch-englisch Stunde mit Teluk Meranti Kindern

Der Rückhalt aus der Bevölkerung für das Camp hat sich auch eindrücklich an der Anzahl Besucher dieses Wochenende gezeigt. Am Samstagnachmittag kamen über 400 – darunter viele Kinder und Jugendliche. Sie veranstalteten zusammen mit dem «Public Outreach Campaigner» einen Pantun-Wettbewerb zu Thema Wald. Pantun ist eine wunderschöne lokale Tradition, Alltagsgegebenheiten in Gedichte umzuwandeln und sich gegenseitig vorzutragen. Ein Jammer, dass sich meine Indonesischkenntnisse bis jetzt auf «hoi-tschüss-wie-geht’s» etc. beschränken.

Countdown to Copenhagen: K-16

Steht die EU doch noch rechtzeitig auf um in Kopenhagen den grossen Kater zu verhindern? Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy waren gestern zumindest verbal klar: Es gehe beim Klimawandel um eine der grossen Menschheitsfragen und in Kopenhagen dürfe man nicht versagen, sagte Merkel vor dem EU-Treffen in Brüssel. Sarkozy doppelte nach, dass es einen Erfolg brauche und keine schlechten Kompromisse zu akzeptieren seien. (Quelle: Klimainfo.ch) Das klingt schon fast wie Musik in meinen Ohren. Der Adressat ist aber einmal mehr Obama, den es endlich aus der Reserve zu locken gilt. Wertvoll, wenn nun Angela und Nicolas die Köder werfen.

Ein anderer hat den Köder der Umweltorganisationen beschnuppert. Bundesrat Leuenberger reagierte in der Rundschau auf SF am Mittwoch-Abend endlich auf die Forderung, dass die Schweiz bis 2020 40% CO2 reduzieren muss um ihren adäquaten Beitrag zu leisten. Er anerkannte dort nämlich, dass die vom Bundesrat vorgeschlagenen minus 20% bis 2020 nicht ausreichen. Erkenntnis ist der erste Schritt hin zum Handeln! Und kommende Woche wird er erneut intensiv mit diesen Fakten konfrontiert werden.

Zu guter Letzt gibt’s halberfreuliche News aus dem Klima-Camp in Indonesien: Die unbewilligte Abholzung, das unkorrekte Vorgehen der Behörden gegenüber der AktivstInnen und der JournalistInnen sowie die Verknüpfung der Abholzung mit der Klimafrage ist auf höchster politischer Ebene angekommen. Der Indonesische Präsident schaltete sich in die Debatte ein. Damit ist ein ganz wichtiges Ziel erreicht, denn diesem Staatsvertreter muss dringendst klar werden, dass seine Wälder lebend der beste Köder für erfolgreiche Verhandlungen in Kopenhagen sind.

Gib der Erde den richtigen Dreh!

Gib der Erde den richtigen Dreh!

Ab ins Climate Defenders Camp!

Inzwischen haben wir erfahren, dass der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, kurz SBY genannt, sich in die Debatte um das Camp eingeschalten hat. Die Ausschaffung des italienischen Journalisten und der Greenpeace-Campaignerin hat viel Staub aufgewirbelt, auch auf diplomatischer Ebene. Der italienische Ausseminister hat inzwischen eine offizielle Frage an Indonesien zur Ausweisung der italienischen Staatsbürger gerichtet.

SBY gefällt die Aufmerksamkeit auf das Camp in Riau aus drei Gründen nicht:

  1. wegen der politischen Unstabilität der Provinz Riau,
  2. wegen önomischen Gründen: es ist eine Tatsache, dass die Plantagenexpansionspläne mit sehr viel Geld verknüpft sind, welcher eine kleinen Elite auf hoher politischen Ebene zugute kommt.
  3. Der Druck steigt im Hinblick auf die Kopenhagenverhandlungen auf Indonesien und die Ankündigung von SBY, dass Indonesien 26-41% CO2-Emissionen reduzieren würde, falls die internationale Gemeinschaft Unterstützung bietet. Diese Unterstützung fordern wir natürlich auch von der Schweiz.

Ich mache mich nun los auf den Weg ins Camp – drückt mir die Daumen dass ich durchkomme und nicht schon bald im Ausweisungsprozess lande. Ich hoffe, das nächste Blog aus dem Camp schreiben zu können.

Protestmail: Herr Yudhoyono, stoppen Sie die Regenwaldzerstörung – nicht die Klimaschützer!

camp

Greenpeace Aktivisten aus der ganzen Welt haben das Camp dort zusammen mit der lokalen Gemeinde errichtet. Gemeinsam bauen sie Dämme gegen die Trockenlegung von Torf-Wäldern und zeigen, welche Firmen hinter der Zerstörung stehen. Die Waldzerstörung verursacht rund ein Fünftel  des globalen CO2-Ausstosses. Letzten Donnerstag haben 50 Aktivisten Bagger des Konzerns APRIL blockiert. Dieses Unternehmen gehört zu den grössten Urwaldzerstörer Indonesiens. Auf Anweisung von APRIL verhaftete die Polizei sämtliche Aktivisten. Die internationalen Aktivisten wurden verhaftet und sind inzwischen ausgeschafft. Nur Dank Solidaritätsdemonstration der lokalen Bevölkerung wurde dass das Camp von den Behörden noch nicht abgerissen.

Doch die Repression geht weiter – letzten Montag wurden ein indischer und ein italienischer Journalist verhaftet. Ihr Verbrechen: Sie haben auf dem Weg ins Camp auf einer Strasse einen Foto-Stopp eingelegt. Den Behörden und Firmen ist die internationale Aufmerksamkeit offenbar mehr als unangenehm. Sie versuchen mit fadenscheinigen Vorwürfen die Journalisten und Aktivisten zu kriminalisieren.

Werden Sie aktiv: Schicken Sie dem indonesischen Präsidenten eine Protestmail!

Orang-Utans übergeben Brief bei indonesischer Botschaft

Orang-Utans vor der indonesischen Botschaft in Bern

Orang-Utans vor der indonesischen Botschaft in Bern

Gestern haben die Orang Utans Merz und Co. besucht und sie aufgefordert, sich für einen starken Klimadeal in Kopenhagen einzusetzen. Zwei von ihnen haben auf einem Baum vor dem Fenster von Bundesrat Merz übernachtet.

Nach einer kalten Nacht gingen die Affen heute Morgen zur indonesischen Botschaft und haben dort einen Brief übergeben, der die indonesische Regierung auffordert, die Einschüchterung und Ausschaffung von gewaltlosen Umweltschützern und Journalisten zu unterlassen. Anstatt krampfhaft zu versuchen, Greenpeace und die Medien zum Schweigen zu bringen, sollte die indonesische Regierung lieber den Regenwald und damit unser Klima schützen.

Vor kurzem hat sich der indonesische Präsident Yudyhono für eine drastische Reduktion der Treibhausgas-Emissionen seines Landes ausgesprochen. Folglich wäre es an der Zeit, dass die Behörden aufhören, Umweltschützer zu hänseln und anfangen, Schritte gegen die Palmöl- und Zellstoffkonzerne unternehmen, welche für die Zerstörung des Urwaldes verantwortlich sind. Präsident Yudyhono soll zu seinem Wort stehen und Massnahmen zur Aufhaltung der Entwaldung implementieren, um die Emissionen von Indonesien – der drittgrösste CO2-Emittent der Welt! – zu bremsen. So könnte er sein Land glaubwürdig an der Klimakonferenz in Kopenhagen vertreten und eine Führungsrolle bei den Verhandlungen einnehmen.

Seit Anfangs November helfen Greenpeace-Aktivisten den Einheimischen, die Entwässerung durch den Bau von Dämmen zu drosseln, um den Urwald vor der Zerstörung zu retten. Durch unsere Aktivitäten haben wir die Sympathien der Dorfbewohner auf uns gezogen und die Behörden sichtlich aufgekratzt. Obwohl am Sonntag etwa 300 Menschen aus Teluk Meranti die Räumung des Greenpeace-Camps spontan verhinderten, wurden kurz darauf 11 internationale Aktivisten aus dem Land geschafft. Am Montagnachmittag wurden weitere zwei Aktivisten (aus Deutschland und Italien) sowie zwei Journalisten (aus Indien und Italien) in Polizeigewahrsam genommen. Dazu kam ein belgischer Aktivist, der ebenfalls festgenommen wurde.

Fast alle ausländischen Greenpeace-Aktivisten sowie die zwei festgenommenen Reporter sind inzwischen ausgewiesen worden. Und das, obwohl sie im Besitz von Visa und Presseakkreditierungen sind, die von der indonesischen Regierung ausgestellt wurden.

Protestmail: Fordern Sie den indonesischen Präsidenten auf, die Urwaldzerstörer zu stoppen – nicht die Klimaschützer

Climate Defenders Camp unter starker Repression

asti_aktion

Asti Roesle an der Orang-Utan-Aktion in Zürich

Das Climate Defenders Camp auf der Halbinsel Kampar in Riau, Sumatra,  befindet sich mitten in einer Regenwald- und Sumpflandschaft. Diese wird gegenwärtig von den Konzernen APRIL und Sinar Mas für Palmöl und Papierplantagen abgeholzt. Den lokalen Machthaber (was Firmen und Behörde einschliesst) ist das Camp ein Dorn im Auge, da es inzwischen zu viel internationale Aufmerksamkeit erreicht hat. Sie wollen es möglichst schnell aufzulösen.

Zwei Journalisten und zwei Greenpeace-Vertreter, welche am Montag ins Camp fahren wollten, wurden bei einem Foto-Stopp von der Polizei verhaftet. Ich verdanke es einem Zufall, dass ich nicht in dieser Gruppe war. Sie wurden bis weit in die ganze Nacht und den folgenden Tag für Verhöre festgehalten. Unsere Anwältin musste feststellen, dass die Protokolle manipuliert und falsch transkribiert wurden. Die Journalisten und Greenpeace-Vertreter haben einen Landesverweis erhalten und werden ausgeschafft – ohne durchschaubare Rechtsgrundlage. Das Fotografieren von zerstörten Waldflächen wird neu als illegale Aktivität deklariert. Auch hat die Polizei verlauten lassen, dass die betroffenen Ausländer nicht über die notwendigen Reisepapiere verfügten – was definitiv nicht stimmt. Wir sehen und mit einer Verletzung von Menschen- und Grundrechten konfrontiert.

Unterdessen haben sich Journalisten Organisationen wie die IFJ (International Federation of Journalists), AIJ (Alliance of Independent Journalists) und Reporter ohne Grenzen eingeschaltet. «Die Behörden sollten sicherstellen, dass das Recht auf freie Berichterstattung über das dringende Problem der Abholzung des Urwaldes respektiert wird. Die Polizei darf sich nicht dem Druck von Grosskonzernen beugen» fordert Reporter ohne Grenzen in ihrer Pressemitteilung.

Momentan sind nun auch unsere indonesischen Kollegen, die bis heute das Camp weiterführten, in Polizeiverhör. Ich bleibe derweilen in Deckung, ein paar Stunden vom Camp entfernt und warte weitere Geschehnisse ab. Die lokale Bevölkerung zeigt grosse Solidarität und Unterstützung, wie mir die Kollegen vor Ort berichten. Ob die Strategie, uns endgültig zu vertreiben aufgeht und ob mir auch bald die Ausschaffung droht, erfährt ihr in den nächsten Tagen auf diesem Blog.

Weitere Berichte auf dem Blog von Greenpeace International sowie ein guter Hintergrund-Artikel (auf englisch) zum Camp – und was wir damit bewirken wollen.

Le Matin zu den Orang Utans bei Bundesrat Merz

Le Matin Bleu zur Aktion

Als Orang-Utans verkleidete Greenpeace Aktivisten werden vor dem Finanzdepartement verhaftet. Merz: «Ich gehöre nicht zu denen!»

Die gestrige Aktion der Orang-Utans vor dem Büro von Bundesrat Merz hat den Zeichner von Le Matin zu diesem bissigen Kommentar inspiriert.

Orang Utans übernachten vor dem Bundeshaus (mit Video)

Nachtlager der Orang Utans in Bern

Nachtlager der Orang Utans in Bern

Die als Orang Utans verkleideten Aktivisten, die seit heute Morgen bei den Bundesräten Merz, Leuhard und Leuenberger zu Besuch sind, machen sich auf eine lange, kalte Nacht gefasst. Zwei von ihnen übernachten im Zelt auf einem Baum vor den Fenstern von Herrn Merz. Die anderen irren in der Hauptstadt herum. Mit den Affen erinnern wir den Bundesrat an seine klimapolitische Verantwortung und fordern weiterhin 1,7 Mrd. Franken in einen globalen Urwald- und Klimafonds einzuzahlen. Da Bundesrat Leuenberger abwesend ist und Frau Leuthard sowie Herr Merz sich bisher nicht auf ein Gespräch mit Greenpeace einliessen, hat die Umweltschutzorganisation Briefe bei deren jeweiligen Departementen deponiert.

Unterstütze die Greenpeace-Forderungen mit einem Statement auf YOU-TURN THE EARTH!

Video: Orang Utans beim Finanzdepartement

Heute früh sind als Orang-Utans verkleidete Greenpeace-Aktivisten auf Vordächer und Bäume vor den Fenstern der Bundesräte Merz, Leuthard und Leuenberger geklettert. Nach etwa einer Stunde wurden drei Aktivisten, die friedlich mit einem Transparent auf dem Vordach des Finanzdepartements sassen, von der Feuerwehr wieder herunter geholt. Alle anderen Affen harren noch auf Bäumen vor den Büros aus und fordern vom Bundesrat weiterhin 1,7 Mrd. Franken in einen globalen Urwald- und Klimafonds einzuzahlen. Bilder von der Aktion auf Flickr Mehr zu den Orang Utans und Indonesien