EU verbietet Importe aus illegaler Abholzung

EU-Entscheid schützt Urwälder und deren Bewohner vor illegaler Abholzung.

In zwei Jahren darf in der EU kein Holz aus illegaler Abholzung mehr verkauft werden. Auf dem weltweit grössten Holzmarkt stammten bisher etwa 19 Prozent des Holzes aus illegalen Quellen. Der europäische Markt hatte die Zerstörung der Regenwälder durch den Handel indirekt unterstützt. Diese Woche verabschiedete das Europäische Parlament ein Gesetz, das das in Zukunft verhindern soll.

Zehn Jahre lang hat Greenpeace mit anderen Organsiationen auf allen Ebenen für dieses Verbot gekämpft. Experten führten Gespräche mit Politikern und gaben Empfehlungen ab. Aktivisten begaben sich in Gefahr, um illegale Abholzung aufzudecken oder Häfen zu blockieren, in die Holz aus geschützten Urwäldern geliefert werden sollte.

Bei allen Holzprodukten, die in die EU importiert werden, muss die Herkunft nun klar nachzuvollziehen sein. Das Gesetz ist ein klares Signal an die Holzhändler, dass sie illegal geschlagenes Holz in der EU nicht mehr loswerden. Der Anreiz geschützte Bäume in Südost-Asien, Russland, Zentral-Afrika oder dem Amazonas abzuholzen sinkt – und die Wälder werden davon sicher profitieren. Das ist ein dringend nötiges Signal an kriminelle Unternehmen, die sich an Urwaldzerstörung bereichern und dabei Menschenrechte verletzen, den Klimawandel und das Aussterben von Arten in Kauf nehmen.

Leider hat das Gesetz noch einige Schwächen. Erstens tritt es erst in zwei Jahren in Kraft. Zweitens sind Druckerzeugnisse, wie Bücher, deren Papier ja auch aus Holz hergestellt wird, bislang von dem Gesetz ausgenommen. Dass die Mitgliedsstaaten kein einheitliches Mindeststrafmass festgesetzt haben, ist ebenso problematisch.

Werden die empfohlenen Sanktionen befolgt, wird das Gesetz seine Wirkung zeigen: Die Geldstrafen sollen proportional zur Zerstörung sein, die durch die Abholzung angerichtet wurde und der Wert des Holzes soll berücksichtigt werden. Es gibt aber noch zu grosse Schlupflöcher für die Holzmafia. Nur der erste Händler, der das Holz in die EU importiert, muss die Legalität nachweisen. Es wäre sicherer, wenn alle beteiligten Unternehmen in der Warenkette den Nachweis erbringen müssten.

Ein Anfang ist zumindest gemacht. Es gibt aber noch viel zu tun: Der Hauptgrund für das Schwinden der Wälder ist noch immer die Landwirtschaft. Der Goldrausch, den die Nachfrage nach Biodiesel ausgelöst hat, droht die Situation noch zu verschlimmern. Ohne effektive Massnahmen wie zum Beispiel finanzielle Anreize für den Waldschutz, werden uns von den Regenwäldern bald nur noch Erinnerungen bleiben.

Dieses Gesetz wird auch Auswirkungen auf die Schweiz haben, da all unser importiertes Holz über EU-Länder reinkommt.

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1 Kommentar zu “EU verbietet Importe aus illegaler Abholzung”


  1. 1 öffentlich und brutal

    Gesetze, Vorschriften, Geldstrafen… was hat das in den letzten Jahren gebracht? Wenig bis gar nichts? Man muss endlich knallhart vorgehen: öffentlich und brutal! Wer Lebensräume zerstört hat auf diesem Planeten nichts verloren!

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