Monatsarchiv für Juli 2010

Forschung mit Gentech-Pflanzen: Kommentar zu NFP-Publikation

Heute publiziert der Nationalfonds die Resultate von Versuchen mit mehltauresistentem Gentech-Weizen im Freiland und im Gewächshaus.

Greenpeace kommentiert die Resultate wie folgt:

Wie zu erwarten zeigten die mehltauresistenten Weizenpflanzen im Freiland
ein anderes Resultat als im Gewächshaus. Das Resultat ist also keine neue
wissenschaftliche Erkenntnis, sondern muss einmal mehr nachdenklich stimmen. Denn es zeigt klar auf, mit welchen überkomplexen Problemen die
Agro-Gentechnik zu kämpfen hat. Unter zahlreichen anderen Problemen wird der Einfluss der Umwelt auf das Verhalten von Gentech-Pflanzen bis heute
unterschätzt oder einfach ignoriert.

Das Forschungsprojekt zeigt deutlich, dass Risiken nicht vor der Bewilligung
von Freisetzungsversuchen erkannt werden, sondern erst nach der Freisetzung
auftreten können. Nachdem in den vorangehenden Gewächshausexperimenten keine Hinweise auf mögliche unerwünschte Nebeneffekte berichtet wurden, sind in den Freisetzungsversuchen sehr ausgeprägte unerwartete Nebeneffekte
aufgetreten. Der Ertrag ist bei zwei von vier eingesetzten transgenen
Weizenlinien um bis zu 56% eingebrochen und die Infektion mit dem toxischen
Mutterkorn Pilz war bis zu 40% höher als bei den Kontrollpflanzen.

Es ist kein wissenschaftlicher Erfolg zu zeigen, wie gross die Unterschiede
zwischen Gewächshaus und Freilandversuchen tatsächlich sind. Vielmehr wird
hier eindrücklich demonstriert, wie die Wissenschaft die Risiken von
Gentech-Pflanzen nicht beherrscht.

Unter dem Strich ist der Nutzen dieses Freisetzungsversuchs, der enorme
Steuergelder verschlungen hat, sehr fragwürdig. Das Fazit ist eine
Bestätigung unerwarteter Nebeneffekte, welche Greenpeace seit Jahren als
einer von mehreren Gründen dafür aufführt, dass gentechnisch veränderte
Organismen nicht in die Umwelt freigesetzt werden dürfen.

Bookmark and Share

Studenten drehen Film

Die WM geht in die letzten Runden und in Jericho werden noch immer Sonnenstrahlen in gute Stimmung und Enthusiasmus verwandelt. Als Filmemacher frage ich mich, wie ich das Projekt aus einer neuen Perspektive betrachten kann und entscheide mich für ein Experiment…

Ich kenne die Freiwilligen von Jericho schon etwas besser, und so schnappe ich mir vier Junge Erwachsene die sehr motiviert scheinen, selber vor oder hinter der Kamera zu stehen. Etwa drei Stunden sprechen wir über das Medium Film, vom Storytelling, wie die Kamera bedient wird, was wir dem Betrachter erzählen möchten und wie wir Interviews machen können. Und dann lehne ich mich zurück und lasse es geschehen.

Während drei Tagen Filmt die Jericho-Filmcrew völlig selbständig, plant Interviews, schreibt Scripts und findet sich zu guter letzt vor meinen Laptop und dem Schnittprogramm Final-Cut zusammen. Die ehemaligen Studenten hatten schon Kontakt mit MS Office Programmen, Zugang zu einem Computer haben sie aber nicht. Und so schneiden wir zusammen das Rohmaterial während eines regnerischen Nachmittags in Jericho zu einem 9 Minuten Streifen zusammen.

Das Resultat ist hoch interessant und macht deutlich; die jungen Menschen haben echt Talent für die Materie und super Arbeit geleistet! Ich bin sehr stolz dieses Experiment gewagt zu haben und werde es bestimmt wieder, irgendwo anders auf der Welt durchführen. Ich ermutige die Film-Crew an eine Universität zu gehen. Den meisten von ihnen wird aber das Geld dafür nicht reichen.

Jetzt ist es Zeit für mich abzureisen. Mit einem Lied verabschieden sich die herzlichen Menschen von Jericho von mir. Es war eine unglaublich interessante Zeit. Ich bin zutiefst beeindruckt von den Menschen in dem Regenbogenland.

Bookmark and Share

EU verbietet Importe aus illegaler Abholzung

EU-Entscheid schützt Urwälder und deren Bewohner vor illegaler Abholzung.

In zwei Jahren darf in der EU kein Holz aus illegaler Abholzung mehr verkauft werden. Auf dem weltweit grössten Holzmarkt stammten bisher etwa 19 Prozent des Holzes aus illegalen Quellen. Der europäische Markt hatte die Zerstörung der Regenwälder durch den Handel indirekt unterstützt. Diese Woche verabschiedete das Europäische Parlament ein Gesetz, das das in Zukunft verhindern soll.

Zehn Jahre lang hat Greenpeace mit anderen Organsiationen auf allen Ebenen für dieses Verbot gekämpft. Experten führten Gespräche mit Politikern und gaben Empfehlungen ab. Aktivisten begaben sich in Gefahr, um illegale Abholzung aufzudecken oder Häfen zu blockieren, in die Holz aus geschützten Urwäldern geliefert werden sollte.

Bei allen Holzprodukten, die in die EU importiert werden, muss die Herkunft nun klar nachzuvollziehen sein. Das Gesetz ist ein klares Signal an die Holzhändler, dass sie illegal geschlagenes Holz in der EU nicht mehr loswerden. Der Anreiz geschützte Bäume in Südost-Asien, Russland, Zentral-Afrika oder dem Amazonas abzuholzen sinkt – und die Wälder werden davon sicher profitieren. Das ist ein dringend nötiges Signal an kriminelle Unternehmen, die sich an Urwaldzerstörung bereichern und dabei Menschenrechte verletzen, den Klimawandel und das Aussterben von Arten in Kauf nehmen.

Leider hat das Gesetz noch einige Schwächen. Erstens tritt es erst in zwei Jahren in Kraft. Zweitens sind Druckerzeugnisse, wie Bücher, deren Papier ja auch aus Holz hergestellt wird, bislang von dem Gesetz ausgenommen. Dass die Mitgliedsstaaten kein einheitliches Mindeststrafmass festgesetzt haben, ist ebenso problematisch.

Werden die empfohlenen Sanktionen befolgt, wird das Gesetz seine Wirkung zeigen: Die Geldstrafen sollen proportional zur Zerstörung sein, die durch die Abholzung angerichtet wurde und der Wert des Holzes soll berücksichtigt werden. Es gibt aber noch zu grosse Schlupflöcher für die Holzmafia. Nur der erste Händler, der das Holz in die EU importiert, muss die Legalität nachweisen. Es wäre sicherer, wenn alle beteiligten Unternehmen in der Warenkette den Nachweis erbringen müssten.

Ein Anfang ist zumindest gemacht. Es gibt aber noch viel zu tun: Der Hauptgrund für das Schwinden der Wälder ist noch immer die Landwirtschaft. Der Goldrausch, den die Nachfrage nach Biodiesel ausgelöst hat, droht die Situation noch zu verschlimmern. Ohne effektive Massnahmen wie zum Beispiel finanzielle Anreize für den Waldschutz, werden uns von den Regenwäldern bald nur noch Erinnerungen bleiben.

Dieses Gesetz wird auch Auswirkungen auf die Schweiz haben, da all unser importiertes Holz über EU-Länder reinkommt.

Bookmark and Share

Die Arktis im Visier

Schwarze Zeiten für das weisse Paradies. Die Arktis ist eines der letzten nahezu intakten grossen Ökosysteme dieser Erde. Doch die Arktis ist bedroht. Zum einen durch den Klimawandel – das Eis schmilzt rasant, Permafrostböden tauen auf. Zum anderen weckt das zurückgehende Eis Begehrlichkeiten. Im arktischen Ozean werden grosse Öl- und Gasvorkommen vermutet. Auch die reichen Fischvorkommen in der Arktis locken hoch industrialisierte Fangflotten, die immer tiefer in die arktischen Gewässer vordringen. Das Greenpeace-Schiff «Esperanza» ist deshalb erneut auf einer mehrmonatigen Expedition mit Forschern in der Arktis unterwegs.

Mehr Informationen gibt es auf unserer Seite Arktisexpedition 2010.

Bookmark and Share

Kein neues AKW im Solothurner Niederamt

Nehmen Sie Stellung beim Richtplanverfahren für ein neues AKW im Solothurner Niederamt

Im Kanton Solothurn liegt die Richtplananpassung für ein neues AKW im Niederamt bis am 7. Juli 2010 öffentlich auf. Mit anderen Worten: Die Alpiq und der Kanton Solothurn konkretisieren die Pläne für ein neues AKW, obwohl noch gar nicht klar ist, ob überhaupt ein neues AKW in der Schweiz gebaut werden kann. Anlässlich der Referendumsabstimmung 2013 wird die Schweizer Bevölkerung dazu Stellung nehmen. Beim Richtplanverfahren zum AKW Gösgen II können alle Interessierten jetzt schon mitwirken.

Nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit, um den Solothurner Behörden mitzuteilen, dass Sie gegen den Neubau eines AKW im Niederamt sind! Die Allianz “Nein zu neuen AKW” zeigt ihnen, wie es geht und liefert Ihnen die Argumente dazu.

Bookmark and Share