Danke, liebe PR-Abteilung von Nestlé

Gestern startete Greenpeace eine weltweite Kampagne, um den Nahrungsmittel-Multi Nestlé zu bewegen, kein Palmöl mehr aus Urwaldzerstörung zu verwenden. Um 11 Uhr Lokalzeit luden Greenpeace Aktivisten in England Mitarbeiter von Nestlé auf eine Pause ein. Gleichzeitig lancierte Greenpeace ein Video, das die KitKat-Werbung parodiert:

Have a break? from Greenpeace UK on Vimeo.

Nestlé zeigte sich gar nicht «amused». In kürzester Zeit nach dem Start publizierten Sie auf Ihrer Website ein Statement zu Ihrer Palmöl-Einkaufspolicy. Sie machten darin ein erstes Eingeständnis, in dem sie die direkten Verträge mit Sinar Mas aufschieben. Das ist ein erster Schritt, aber immer noch zu wenig, da Nestlé die grösste Menge Palmöl von Sinar Mas immer noch indirekt über Händler wie Cargill einkauft.

Doch Nestlé beliess es nicht bei ihrem PR-Statement, sondern gingen einen Schritt weiter: Sie forderten YouTube auf, die Parodie ihrer Werbung zu entfernen. YouTube reagierte auf die Forderung und zensierte um etwa 18:00 Uhr das Video von Greenpeace UK. Was nachher folgte war ein schönes Beispiel des Streisand-Effekts. Wikipedia umschreibt dieses Phänomen, wo der «Versuch, bestimmte Informationen zu entfernen, dazu führen kann, dass diese noch stärker verbreitet werden.»

Screenshot der Website von Greenpeace UK mit dem zensierten Video

Screenshot der Website von Greenpeace UK mit dem zensierten Video

Kaum wurde die Zensur bekannt, verbreitete sich das Video viral. Die Parodie wurde auf andere Video-Sharing-Plattformen (z.B. auf vimeo) hochgeladen und Twitter lief heiss. Lesenswert dazu der offene Brief von Christian Hunt, Greenpeace UK, an die Nestle PR-Abteilung. YouTube scheint die Zensur unterdessen rückgängig gemacht zu haben. Was genau ist in Nestlés PR-Abteilung passiert? Paul Bradshaw hat seine Version dazu als Video veröffentlicht:

Protestmail: Nestlé, kein Palmöl aus Regenwaldzerstörung!

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3 Kommentar zu “Danke, liebe PR-Abteilung von Nestlé”


  1. 1 3igenmann

    Manchmal glaube ich, erst fressen wir den Planeten kahl und wenn das nicht mehr reicht fressen wir uns gegenseitig.
    “Orang-Utan” heisst übersetzt übrigens “Waldmensch”. Gehen wir so weit und bringen diese Wesen an den Rand der Ausrottung, so wie dies beim Roten Thun gerade passiert?!
    Noch ist es Zeit dass wir das Steuer herumreissen können – ein Schritt ist der Boykott von KitKat und anderen Nestlé Produkten. Das wird aber kaum reichen. So hart es ist, aber ohne einen radikalen Wandel werden wir wohl in den Abgrund fallen……
    Bleibt dran mit Eurer Arbeit und ermutigt andere Leute, sich dem Wandel anzuschliessen!

  1. 1 PR Blogger
    Trackback am 18. Mär 2010 um 13:54
  2. 2 Mixed: Greenpeace mit Schockvideo vs. Kitkat (Nestle) | Greenpeace, Kitkat, Video, Nestlé, Orang, Plantagen | Neidgruen.de

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