Ob die italienische Küstenwache über den Greenpeace-Anruf erfreut war oder nicht, ist ungewiss. Überhaupt keine Freude hatte jedenfalls die Besatzung des Fischtrawlers Federica II, als sie vor der Küste Siziliens von den kleinen Schlauchbooten der Rainbow Warrior bedrängt wurde.
Die Besatzung des Greenpeace-Flaggschiff hatte am Montag gemerkt, dass die Federica II mit illegalen Treibnetzen unterwegs war. Ausserdem operierten die Fischer mit Langleinen, für die das Schiff keine Lizenz hat. Diese Hinweise waren für die Küstenwache Anlass genug, die Federica II in den Hafen von Pantelleria zu eskortieren und den Trawler von unten bis oben zu durchsuchen. Dabei fanden die Meerespolizisten auch Schwertfische und Thunfische, die die Federica II nicht hätte an Land ziehen dürfen. Für den Fang von Blauflossenthunfisch besass die Federica II erstens keine Lizenz und zweitens war die Hälfte der gefangenen Thunfische noch so klein, dass sie überhaupt nicht gefischt werden dürfen.
Der Verband der Sojahändler von Brasilien (Abiove) hat am Dienstag beschlossen, das Soja Moratorium vom Juli 2006 um ein weiteres Jahr zu verlängern. Somit werden sie weiterhin nicht mehr mit Soja aus neu gerodeten Urwaldflächen handeln. Dies ist sehr erfreulich, denn die erfolgreiche Umsetzung des Moratoriums braucht seine Zeit, vorallem in einem so grossen und schwer kontrollierbaren Gebiet wie dem Amazonas.
Auch heute noch ist im Amazonas nicht jeder Landbesitz richtig registriert und kartiert. Doch nur wenn diese Informationen vorhanden sind, kann mit Hilfe von Satellitendaten überprüft werden, wo und von welchen Farmern Waldflächen für den Anbau von Soja neu gerodet wurden.
Die Schweiz importiert Soja hauptsächlich zu Futterzwecken. Zwischen 200 000 und 250 000 Tonnen Soja, die hauptsächlich aus Brasilien kommen, werden jährlich an unsere Nutztiere verfüttert und landen schlussendlich als Hamburger, Pouletschenkel oder Schweinshaxen auf unserem Teller.
Wer dem Amazonas einen Gefallen tun möchte, reduziert deshalb am besten seinen eigenen Fleischkonsum. Denn auch wenn Brasilien mit dem Sojamoratorium auf dem richtigen Weg ist, so ist der Amazonas Regenwald noch lange nicht gerettet. Wie der Greenpeace Report Slaughtering the Amazon vom Juni aufzeigt, ist heute die Rinderzucht der Hauptgrund für die Zerstörung des Amazonas- Regenwaldes. Dieser Greenpeace Report hat jedoch schon einiges bewirkt. In Nike macht den Anfang zur Rettung des Amazonas Regenwaldes können Sie mehr darüber erfahren.
Im August 2008 hatten Greenpeace-Aktivisten Naturfelsen zum Schutz vor der Schleppnetz-Fischerei am Sylter Aussenriff versenkt. Die Aktion wurde heftig kritisiert, als illegal bezeichnet und vorzeitig abgebrochen. Von den geplanten 1000 Steinen konnten nur 320 ins Wasser gelassen werden. Nun hat Greenpeace untersucht, was aus den versenkten Steinen geworden ist.
Greenpeace-Taucher hatten in den vergangenen Wochen den Zustand der Steine in 30 Meter Wassertiefe kontrolliert und Proben genommen. Die Auswertung eines unabhängigen Gutachterbüros kommt zu dem Schluss, dass die Steine ein vielfältiges Leben ermöglichen.
Greenpeace ist bei den Save The World Awards 2009, die am Freitag, den 24. Juli 2009, in Zwentendorf/NÖ verliehen wurden, mit einem Preis für seinen globalen Einsatz zum Schutz des Weltklimas ausgezeichnet worden. Thomas Henningsen, Leiter der internationalen Klimakampagne der Umweltschutzorganisation, hat diese Auszeichnung bei der Veranstaltung entgegen genommen.
Nachfolgend einige Eindrücke bzw. Interviews von diesem Event:
Mitte Juni 2009 ist das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise zu einer viermonatigen Expedition in die Arktis ausgelaufen. Mit an Bord sind Klima- und Meeresexperten von Greenpeace sowie Wissenschaftler verschiedener Universitäten und Institute. Gemeinsam wollen sie die aktuellen Folgen des Klimawandels in der nördlichen Polarregion untersuchen.
Erstes Ziel der Greenpeace-Expedition ist der Petermann-Gletscher auf der Westseite Grönlands. Vor einem Jahr brach von ihm ein riesiger Eisberg ab. Derzeit sind auf Satellitenaufnahmen zwei weitere Risse zu sehen, die möglicherweise erneut zu einem Abbruch führen. Diesen will Dr. Jason Box von der Ohio State University mit Hilfe von Zeitlupenkameras und GPS-Systemen dokumentieren. Ursache für die Eisschmelze sind auch die durch den Klimawandel steigenden Meerestemperaturen.
Greenpeace ist nicht zum ersten Mal in der Arktis unterwegs. Schon 2001 und 2005 dokumentierten wir die Folgen des Klimawandels in der Nordpolregion. Die diesjährige Fahrt ist auch ein Signal an die große UN-Klimakonferenz im Dezember 2009 in Kopenhagen. Dort soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verabschiedet werden, das 2012 ausläuft. In Kopenhagen wird sich zeigen, ob die Regierungen die Dramatik des Klimawandels wirklich realisiert haben. Bislang haben sie kaum Beweise dafür geliefert.
Zeitgleich mit dem Aufbruch der Arctic Sunrise in die Arktis ist das Greenpeace-Flaggschiff Esperanza im Pazifik unterwegs. Dort sind viele der Pazifischen Inselstaaten akut vom ansteigenden Meeresspiegel bedroht. Die Besatzung will die Folgen der klimatischen Veränderungen für Mensch und Natur dokumentieren.
Nur noch 177 Tage bis zum Beginn der Weltklimakonferenz!
Nike will zukünftig auf Leder verzichten, dass zur Regenwaldzerstörung im Amazonas führt. Das hat der Konzern gestern bekanntgegeben. Er hat damit als erster Schuhhersteller auf den Greenpeace Report «Slaughtering the Amazon» vom Juni 2009 reagiert.
Darin hat Greenpeace aufgezeigt, dass die führenden Fleisch-, Leder- und Schuhhersteller der Welt von Rinderunternehmen in Brasilien beliefert werden, welche für illegale Abholzung, Landdiebstahl und sogar Sklaverei verantwortlich sind. Die Rinderzucht ist für 80% der Abholzung im Amazonas verantwortlich. Sie hat somit massive Auswirkungen auf den Klimawandel: Drei Viertel der Treibhausgasemissionen in Brasilien gehen auf das Konto der Regenwaldzerstörung.
Bleibt nur zu hoffen, dass Nike seine Lieferanten so gut unter Kontrolle hat, dass KonsumentInnen 100% sicher sein können, dass sie mit dem Kauf von einem Nike Sportschuh auch wirklich keine Regenwaldzerstörung mitfinanziert. Doch Nike scheint es tatsächlich ernst zu meinen: der Konzern verlangt von seinen Lieferanten ein System zur Rückverfolgung, mit dem es möglich wird nachzuvollziehen woher das Leder stammt. Zudem hat Nike die Greenpeace Policy “Commit or Cancel” unterschrieben.
Das ist ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung. Doch damit in Zukunft gar kein Amazonas Regenwald mehr abgeholzt wird, ist es unbedingt nötig, dass auch die anderen Schuh-, Leder- und Fleischhersteller dem Beispiel von Nike folgen.
Wissenschaftler der ETH Zürich haben eine Reispflanze gentechnisch so manipluliert, dass sie einen erhöhtem Eisengehalt hat. Sie propagieren diesen Reis als «Hoffnungsschimmer» für Menschen in Entwicklungsländern, die verstärkt an Eisenmangel leiden.
Dabei kann Eisenmangel so einfach auf natürliche Art behandelt werden, zum Beispiel durch eine verbesserte Vitamin-C-Zufuhr. Ausserdem enthält Vollkornreis viermal so viel Eisen wie geschälter weisser Reis. Es braucht also keinen genmanipulierten Reis mit erhöhtem Eisenanteil, um den Eisenmangel in Entwicklungsländern zu bekämpfen.
Eher scheint es, als versuchen die Gentechniker der ETH mit diesem Projekt die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit ihrer Risikotechnologie zu überzeugen. Doch mit Gentech-Pflanzen lässt sich der Hunger der Welt nicht bekämpfen, sondern sie sind Teil des Problems. Durch Patente auf Saatgut versuchen die Konzerne, sich das Monopol über die landwirtschaftliche Produktion und Ernährung zu verschaffen und machen Bauern von sich abhängig.
Gentech-Pflanzen sind eine Gefahr für die Umwelt. Und ihre langfristigen Auswirkungen auf unsere Gesundheit sind nach wie vor ungeklärt.
Satellitenbilder der ESA dokumentieren – zu einer Animation zusammengefügt – die immer rascher fortschreitende Auflösung des Wilkins-Eisschildes in der Westantarktis:
Vonwegen ein Fähnlein im Wind! Vertreter und Vertreterinnen von über 50 Schweizer Organisationen, vereint in der Klimaallianz, rollten heute auf dem Schwellenmätteli in Bern eine über 40×40 Meter grosse Schweizerfahne aus und versahen sie mit einer politischen Botschaft. Auf der jetzt folgenden Tour durch Schweizer Städte unterzeichnet die Bevölkerung die Fahne und hinterlässt ihre Forderungen und Wünsche für einen wirksamen Klimaschutz. Im Herbst reist die Fahne dann nach Kopenhagen zur UNO-Klimakonferenz.
Greenpeace-Kletterer halfen die Fahne im Wind wehen zu lassen. Die Impressionen:
Zur Ankuft G8-Regierungschefs in L’Aquila haben 100 Greenpeace-Aktivisten, darunter fünf aus der Schweiz, vier italienische Kohlekraftwerke lahmgelegt. Sie fordern von den G8-Staaten entschiedene Massnahmen zum Klimaschutz.
Die Aktivisten starteten früh am Morgen. Sie erstiegen Förderbänder, Schornsteine und Kräne von Kraftwerken in Brindisi, Marghera bei Venedig, Vado Ligure bei Genua und Porto Tolle (Die Kohlekraftwerke auf Google Maps). Das Kohlekraftwerk in Brindisi ist das grösste in Italien und die grösste CO2-Quelle des Landes.
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