Forschung mit Gentech-Pflanzen: Kommentar zu NFP-Publikation

Heute publiziert der Nationalfonds die Resultate von Versuchen mit mehltauresistentem Gentech-Weizen im Freiland und im Gewächshaus.

Greenpeace kommentiert die Resultate wie folgt:

Wie zu erwarten zeigten die mehltauresistenten Weizenpflanzen im Freiland
ein anderes Resultat als im Gewächshaus. Das Resultat ist also keine neue
wissenschaftliche Erkenntnis, sondern muss einmal mehr nachdenklich stimmen. Denn es zeigt klar auf, mit welchen überkomplexen Problemen die
Agro-Gentechnik zu kämpfen hat. Unter zahlreichen anderen Problemen wird der Einfluss der Umwelt auf das Verhalten von Gentech-Pflanzen bis heute
unterschätzt oder einfach ignoriert.

Das Forschungsprojekt zeigt deutlich, dass Risiken nicht vor der Bewilligung
von Freisetzungsversuchen erkannt werden, sondern erst nach der Freisetzung
auftreten können. Nachdem in den vorangehenden Gewächshausexperimenten keine Hinweise auf mögliche unerwünschte Nebeneffekte berichtet wurden, sind in den Freisetzungsversuchen sehr ausgeprägte unerwartete Nebeneffekte
aufgetreten. Der Ertrag ist bei zwei von vier eingesetzten transgenen
Weizenlinien um bis zu 56% eingebrochen und die Infektion mit dem toxischen
Mutterkorn Pilz war bis zu 40% höher als bei den Kontrollpflanzen.

Es ist kein wissenschaftlicher Erfolg zu zeigen, wie gross die Unterschiede
zwischen Gewächshaus und Freilandversuchen tatsächlich sind. Vielmehr wird
hier eindrücklich demonstriert, wie die Wissenschaft die Risiken von
Gentech-Pflanzen nicht beherrscht.

Unter dem Strich ist der Nutzen dieses Freisetzungsversuchs, der enorme
Steuergelder verschlungen hat, sehr fragwürdig. Das Fazit ist eine
Bestätigung unerwarteter Nebeneffekte, welche Greenpeace seit Jahren als
einer von mehreren Gründen dafür aufführt, dass gentechnisch veränderte
Organismen nicht in die Umwelt freigesetzt werden dürfen.

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Studenten drehen Film

Die WM geht in die letzten Runden und in Jericho werden noch immer Sonnenstrahlen in gute Stimmung und Enthusiasmus verwandelt. Als Filmemacher frage ich mich, wie ich das Projekt aus einer neuen Perspektive betrachten kann und entscheide mich für ein Experiment…

Ich kenne die Freiwilligen von Jericho schon etwas besser, und so schnappe ich mir vier Junge Erwachsene die sehr motiviert scheinen, selber vor oder hinter der Kamera zu stehen. Etwa drei Stunden sprechen wir über das Medium Film, vom Storytelling, wie die Kamera bedient wird, was wir dem Betrachter erzählen möchten und wie wir Interviews machen können. Und dann lehne ich mich zurück und lasse es geschehen.

Während drei Tagen Filmt die Jericho-Filmcrew völlig selbständig, plant Interviews, schreibt Scripts und findet sich zu guter letzt vor meinen Laptop und dem Schnittprogramm Final-Cut zusammen. Die ehemaligen Studenten hatten schon Kontakt mit MS Office Programmen, Zugang zu einem Computer haben sie aber nicht. Und so schneiden wir zusammen das Rohmaterial während eines regnerischen Nachmittags in Jericho zu einem 9 Minuten Streifen zusammen.

Das Resultat ist hoch interessant und macht deutlich; die jungen Menschen haben echt Talent für die Materie und super Arbeit geleistet! Ich bin sehr stolz dieses Experiment gewagt zu haben und werde es bestimmt wieder, irgendwo anders auf der Welt durchführen. Ich ermutige die Film-Crew an eine Universität zu gehen. Den meisten von ihnen wird aber das Geld dafür nicht reichen.

Jetzt ist es Zeit für mich abzureisen. Mit einem Lied verabschieden sich die herzlichen Menschen von Jericho von mir. Es war eine unglaublich interessante Zeit. Ich bin zutiefst beeindruckt von den Menschen in dem Regenbogenland.

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EU verbietet Importe aus illegaler Abholzung

EU-Entscheid schützt Urwälder und deren Bewohner vor illegaler Abholzung.

In zwei Jahren darf in der EU kein Holz aus illegaler Abholzung mehr verkauft werden. Auf dem weltweit grössten Holzmarkt stammten bisher etwa 19 Prozent des Holzes aus illegalen Quellen. Der europäische Markt hatte die Zerstörung der Regenwälder durch den Handel indirekt unterstützt. Diese Woche verabschiedete das Europäische Parlament ein Gesetz, das das in Zukunft verhindern soll.

Zehn Jahre lang hat Greenpeace mit anderen Organsiationen auf allen Ebenen für dieses Verbot gekämpft. Experten führten Gespräche mit Politikern und gaben Empfehlungen ab. Aktivisten begaben sich in Gefahr, um illegale Abholzung aufzudecken oder Häfen zu blockieren, in die Holz aus geschützten Urwäldern geliefert werden sollte.

Bei allen Holzprodukten, die in die EU importiert werden, muss die Herkunft nun klar nachzuvollziehen sein. Das Gesetz ist ein klares Signal an die Holzhändler, dass sie illegal geschlagenes Holz in der EU nicht mehr loswerden. Der Anreiz geschützte Bäume in Südost-Asien, Russland, Zentral-Afrika oder dem Amazonas abzuholzen sinkt – und die Wälder werden davon sicher profitieren. Das ist ein dringend nötiges Signal an kriminelle Unternehmen, die sich an Urwaldzerstörung bereichern und dabei Menschenrechte verletzen, den Klimawandel und das Aussterben von Arten in Kauf nehmen.

Leider hat das Gesetz noch einige Schwächen. Erstens tritt es erst in zwei Jahren in Kraft. Zweitens sind Druckerzeugnisse, wie Bücher, deren Papier ja auch aus Holz hergestellt wird, bislang von dem Gesetz ausgenommen. Dass die Mitgliedsstaaten kein einheitliches Mindeststrafmass festgesetzt haben, ist ebenso problematisch.

Werden die empfohlenen Sanktionen befolgt, wird das Gesetz seine Wirkung zeigen: Die Geldstrafen sollen proportional zur Zerstörung sein, die durch die Abholzung angerichtet wurde und der Wert des Holzes soll berücksichtigt werden. Es gibt aber noch zu grosse Schlupflöcher für die Holzmafia. Nur der erste Händler, der das Holz in die EU importiert, muss die Legalität nachweisen. Es wäre sicherer, wenn alle beteiligten Unternehmen in der Warenkette den Nachweis erbringen müssten.

Ein Anfang ist zumindest gemacht. Es gibt aber noch viel zu tun: Der Hauptgrund für das Schwinden der Wälder ist noch immer die Landwirtschaft. Der Goldrausch, den die Nachfrage nach Biodiesel ausgelöst hat, droht die Situation noch zu verschlimmern. Ohne effektive Massnahmen wie zum Beispiel finanzielle Anreize für den Waldschutz, werden uns von den Regenwäldern bald nur noch Erinnerungen bleiben.

Dieses Gesetz wird auch Auswirkungen auf die Schweiz haben, da all unser importiertes Holz über EU-Länder reinkommt.

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Die Arktis im Visier

Schwarze Zeiten für das weisse Paradies. Die Arktis ist eines der letzten nahezu intakten grossen Ökosysteme dieser Erde. Doch die Arktis ist bedroht. Zum einen durch den Klimawandel – das Eis schmilzt rasant, Permafrostböden tauen auf. Zum anderen weckt das zurückgehende Eis Begehrlichkeiten. Im arktischen Ozean werden grosse Öl- und Gasvorkommen vermutet. Auch die reichen Fischvorkommen in der Arktis locken hoch industrialisierte Fangflotten, die immer tiefer in die arktischen Gewässer vordringen. Das Greenpeace-Schiff «Esperanza» ist deshalb erneut auf einer mehrmonatigen Expedition mit Forschern in der Arktis unterwegs.

Mehr Informationen gibt es auf unserer Seite Arktisexpedition 2010.

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Kein neues AKW im Solothurner Niederamt

Nehmen Sie Stellung beim Richtplanverfahren für ein neues AKW im Solothurner Niederamt

Im Kanton Solothurn liegt die Richtplananpassung für ein neues AKW im Niederamt bis am 7. Juli 2010 öffentlich auf. Mit anderen Worten: Die Alpiq und der Kanton Solothurn konkretisieren die Pläne für ein neues AKW, obwohl noch gar nicht klar ist, ob überhaupt ein neues AKW in der Schweiz gebaut werden kann. Anlässlich der Referendumsabstimmung 2013 wird die Schweizer Bevölkerung dazu Stellung nehmen. Beim Richtplanverfahren zum AKW Gösgen II können alle Interessierten jetzt schon mitwirken.

Nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit, um den Solothurner Behörden mitzuteilen, dass Sie gegen den Neubau eines AKW im Niederamt sind! Die Allianz “Nein zu neuen AKW” zeigt ihnen, wie es geht und liefert Ihnen die Argumente dazu.

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Konferenz gescheitert: Ein Desaster für die Wale

Die Walfangkonferenz in Agadir, Marokko ist gescheitert. Die Verhandlungen zur Zukunft der Internationalen Walfangkommission (IWC) sind keinen Schritt weitergekommen. In den vergangenen beiden Tagen haben es zehn Arbeitsgruppen während insgesamt 30 Treffen mit unterschiedlicher Besetzung nicht geschafft, den Vorschlag des IWC-Vorsitzenden in eine abstimmungsfähige Form umzusetzen. 

Die Konferenz ist ein Desaster für die Wale. Auch künftig wird es Japan, Norwegen und Island erlaubt sein, tausende Wale zu töten. Entweder unter dem Deckmantel der so genannten Wissenschaft oder weil diese Staaten das Moratorium nicht anerkennen. Hinter verschlossenen Türen ist es den Regierungsdelegationen an der IWC-Konferenz lediglich gelungen einmal mehr den Status Quo zu halten.

Jetzt ist es für die Walschutznationen an der Zeit, nicht nur zu reden, sondern politisch zu handeln, um Japan, Norwegen und Island vom Walfang abzubringen. Jetzt muss man neue Wege entwickeln, die aus der Walfangkommission eine Walschutzkommission machen und das Gremium endlich ins 21. Jahrhundert führen.

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Camp in Indonesien nach Brand wiedereröffnet

Gestern hat Greenpeace zusammen mit der lokalen Bevölkerung im indonesischen Dorf Teluk Meranti das «Community Camp for Kampar Protection» wiedereröffnet. Das Camp, das ehemals «Climate Defenders’ Camp» hiess, wurde im März durch einen Brand zerstört. Letztes Jahr hatte Greenpeace das Camp errichtet, um damit auf die Zerstörung der Urwälder und den Zusammenhang zum Klimawandel deutlich zu machen. Im November 2009 wurde es schliesslich der lokalen Gemeinschaft in der Provinz Riau auf der Halbinsel Sumatra übergeben. Seitdem dient es als Symbol der Widerstandsbewegung gegen Zellstoff- und Palmölfirmen wie APRIL und APP, die zur Sinar Mas Gruppe gehören und die Lebensgrundlage der Kampar-Bewohner zerstören.

Im Rahmen der farbenfrohen Zeremonie wurde auch eine Schule für indigene Pflanzen und Bäume eingeweiht. Die Setzlinge werden eingesetzt werden, um das empfindliche Öko-System der zerstörten Torfwälder wiederherszustelln.

Der Wiederaufbau durch die lokale Bevölkerung ist ein Zeichen, dass auch die direkt Betroffenen den Wert ihrer Torfwälder erkannt haben und bereit sind, sie gegen profitgierige Firmen zu schützen.

Um so wichtiger ist es, dass das kürztlich von der indonesischen Regierung verkündete zweijährige Moratorium auf die Umwandlung von Regen- und Torfwäldern nicht nur für zukünftige Konzessionen gilt, sondern auch für die schon vergebenen.

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Ölpest nun auch im Roten Meer

Ein Unglück kommt leider selten allein: Bereits seit der vergangenen Woche soll Öl aus dem Leck einer Bohrplattform vor der Küste Ägyptens austreten. Nachdem sie tagelang geschwiegen hatte, bestätigte die ägyptische Regierung den Unfall nun. Die Menge des ausgetretenen Öls sei begrenzt, erklärte ein Regierungssprecher. Nach seiner Darstellung habe man das Leck vor einer Woche entdeckt und den Teppich inzwischen weitgehend eingedämmt. Dem widersprechen jedoch lokale Umweltaktivisten, die die Ölpest entdeckten und öffentlich machten.

Es tritt offenbar weiterhin Öl aus dem Leck. Besonders betroffen von der Verschmutzung sind vorgelagerte Inseln mit unberührter Natur. In dem geschützten Gebiet wurden laut den lokalen Umweltschützern ölverschmierte, verendete Vögel und Meeresschildkröten gefunden. Es sind Schäden für die Korallenriffe entlang der ägyptischen Küste zu befürchten, die in den letzten Jahren unter den zahlreichen Tourismusanlagen und Sporttauchern sowie fehlendem Umweltschutz gelitten haben.

Die Küste von Hurghada ist eines der beliebtesten Ziele am Roten Meer für Urlauber aus Europa. Das ausgetretene Öl hat inzwischen auch die Badestrände des Ortes erreicht und erstreckt sich auf rund 160 Kilometer. Die Meldungen zu diesem Unfall wurden möglicherweise zurückgehalten, um Touristen nicht zu verschrecken.

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Walfangkonferenz: Fauler Kompromissvorschlag bedroht Wale

In Agadir in Marokko hat heute die 62. Jahreskonferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) begonnen. Hierbei stehen insbesondere die Quoten für den Walfang im Fokus. Die Stimmung ist gereizt. Ein fauler Kompromissvorschlag könnte nun das kommerzielle Walfangverbot ausser Kraft setzen. Der Plan sieht die Einführung von kommerziellen Fangquoten vor. Das Moratorium würde damit faktisch aufgehoben. Es sollen sogar Quoten für bedrohte Walarten wie Finn- und Seiwale vergeben werden. Japan und Norwegen reiben sich die Hände, denn ihre Strategie geht auf: Jahrelange Ignoranz der IWC-Beschlüsse und eigenmächtig vergebene Quoten machen sich bezahlt. Das ist ein Skandal.

Vor der IWC-Tagung hatten britische Medienschaffende enthüllt, dass alle Spesen des IWC-Vorsitzenden Anthony Liverpool aus Antigua und Barburda von Japan bezahlt werden. In den letzten 20 Jahren zahlte Japan Milliarden Dollar an Staaten der Karibik, des Pazifiks und Afrikas, die seither der IWC beitraten und Japans Walfanginteressen unterstützen. Das Schlimmste befürchten lässt nun die heutige Entscheidung der IWC-Führung, die öffentlichen Gespräche für zwei Tage auszusetzen und bis dahin stattdessen hinter verschlossenen Türen weiterzuverhandeln. Das zu bewerten ist derzeit schwierig. Die Wale könnten aber leider durchaus die Leidtragenden sein.

Greenpeace ist als Beobachter vor Ort und setzt sich mit Nachdruck für einen Ausbau des Walschutzes ein.

Der Spiegel berichtet umfassend über das Thema.

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Jericho im Fussballfieber – Dank Solarenergie

Das Video zu Solar Soccer - aufs Bild klicken zum Abspielen!

Die Menschen in Jericho staunen. Die Möglichkeiten welche die Sonne ihnen bietet sorgen, neben etwas kritischen Blicken, vor allem für Aufsehen. Wir machen Popcorn auf Solarkochern und übertragen für 600 Fussballfans die Bafana Bafana Matches live – und das exklusiv nur mit Solarstrom!

Für mich, als Schweizer Greenpeace-Aktivist und Fotograf vor Ort, ist das Projekt ‚Solar Soccer’ ein Gewinn in jeder Hinsicht. Neben den 22 Studenten, welche einen tiefen Einblick in die Möglichkeiten der Solarenergie vermittelt haben, hat eine Dorfgemeinschaft das Wort: ‚SOLAR’ fast täglich zu hören gekriegt. Das Buschtelefon in Jericho funktioniert nämlich erstaunlich gut – und so spricht man nicht nur von der Möglichkeit die Fussballspiele schauen zu können, sondern auch von der mysteriösen Energie von der Sonne.

Solar sei Dank können an die sechshundert Menschen zusammen in die Vuvuzelas tüten und die Spiele als Gemeinschaft miterleben. 114db misst mein Handy – das Maximum des Messgeräts aber auch die Schmerzgrenze meiner Ohren ist erreicht. Und: Ohrenstöpsel sind in ganz Johannesburg ausverkauft.

Ziemlich ruhig war es dann gestern Abend nach dem 0:3 gegen Uruguay. Die Enttäuschung ist gross, und dennoch sind die Menschen des Dorfes glücklich. Glücklich, gemeinsam am grössten Event auf afrikanischem Boden teilnehmen zu können. Aber auch voller Vorfreude, gegen Frankreich noch einmal gemeinsam in die Vuvuzela zu blasen.

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Mitmachen und bis 14. Juni Stellung nehmen zum Neubau AKW Beznau 3

Im Kanton Aargau läuft bis am 14. Juni 2010 die Vernehmlassung zum Richtplanverfahren für ein neues AKW am Standort Beznau. Mit anderen Worten: Die Axpo und die BKW (Resun AG) sowie der Kanton Aargau konkretisieren die Pläne für ein AKW Beznau 3, obwohl noch gar nicht klar ist, ob überhaupt ein neues AKW in der Schweiz gebaut wird!
Beim Richtplanverfahren zum AKW Beznau 3 können die Schweizer Bürgerinnen und Bürger jetzt schon mitwirken. Nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit, um den Aargauer Behörden mitzuteilen, dass Sie gegen den Neubau eines AKW in Beznau sind!
Wir zeigen Ihnen, wie es geht und liefern Ihnen die Argumente dazu. Danke für Ihr Engagement.
Hier geht’s zur Stellungnahme

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Die Ermordung eines führenden Menschenrechtsaktivisten in der Demokratischen Republik Kongo

Floribert Chebeya © Amnesty International

Anfangs Juni erreichte uns die erschütternde Nachricht, dass einer der führenden und engagiertesten Menschenrechtsaktivisten in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) ermordet in seinem Auto aufgefunden – auf dem Weg zu einem Treffen mit dem Polizeichef. Floribert Chebeya Bahizire war Direktor der kongolesischen Menschenrechtsorganisation La Voix des Sans Voix (VSV) und hat sich unermüdlich und unerschrocken mit grosser Zivilcourage für die Rechte der Schwächsten und Verletzung von Menschenrechten eingesetzt.

In seinem Engagement hat er auch Waldgemeinschaften aktiv unterstützt, deren Dörfer in Waldkonzessionen liegen und die sich gegen die Verletzung ihrer Rechte durch Holzkonzerne wehren. Zum Beispiel  organisierte VSV im 2006 ein Seminar in Bumba in der Waldprovinz Mongala, an welchem 29 Dorfbewohner und Menschenrechtsaktivisten eine Petition unterzeichneten und sich damit gegen die Praktiken der ansässigen Holzfirmen Siforco und Tran-M beschwerten. Siforco ist eine Tochtergesellschaft der Danzer Group mit Hauptsitz in Zug. Als Reaktion auf die Petition klagte Siforco die Petitionäre ein –  dieser  Rechtsprozess ist bis heute nicht richtig abgeschlossen. Petitionen sind ein von der kongolesischer Verfassung festgeschriebenes Grundrecht. Da ist es doch besonders zynisch, wenn eine Firma mit Sitz in der Schweiz die Petitionäre einklagt.

Floriberts Tod liegt nur wenige Woche vor dem 50 Jahre Unabhängigkeitsjubiläum der DRK. Wie einige andere NGOs und Vertreter der Zivilgesellschaft wird  auch Greenpeace geplante Aktivitäten in Kinshasa zur Jubiläumsfeier streichen und stattdessen die Gedenkfeier von Floribert unterstützen.

Es macht traurig und wütend, wenn Menschen mit grossem Engagement für Gerechtigkeit zum Stillschweigen gebracht werden. Umsomehr motivieren sie jedoch andere in ihren Fusstapfen weiter zu treten. Weiteres im Blog meiner Kollegin Andrea.

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Die Ölpest im Golf von Mexiko: Auch eine Katastrophe für das Leben unter Wasser

Putzaktion an einem Strand in «Grand Isle» am 8. Juni. Mittlerweile sind 160 km der Küste ölverschmutzt. © Jose Luis Magana / Greenpeace

Das Deepwater Horizon-Unglück von BP nimmt immer mehr Ausmasse an, die an ein «Tschernobyl der Meere» denken lassen. Im Unterschied zu «herkömmlichen» Tankerunglücken handelt es sich hier nicht um eine endliche Menge Öl, die sich dann, wenn auch unendlich langsam, im Laufe der Jahrzehnte auflöst. Es geht auch nicht «nur» um Öl an der Wasseroberfläche, sondern es strömt eine massive Menge Öl aus dem Meeresgrund, Sekunde um Sekunde, Woche um Woche und ein Ende ist nicht abzusehen. Sprudelt die braune Brühe weiter bis Ende Jahr – was leider durchaus realistisch ist – wird die bisher beim grössten Tankerunglück freigesetzte Ölmenge bereits um mehr als das zehnfache übertroffen sein.

Sichtbar sind bis jetzt vor allem die Schäden an Mangroven, Strand- und Meeresvögeln. Das stille Sterben unter Wasser bleibt den Blicken und Kameras der Weltöffentlichkeit verborgen. Das heisst aber nicht, dass es nicht stattfindet.

Ganz im Gegenteil: So ist der Golf von Mexiko das Laichgebiet der westlichen Population des Roten Thunfischs (auch als Blauflossenthun bekannt). Die östlichen Laichgründe sind im Mittelmeer. Er ist wegen zu starker Überfischung akut vom Aussterben bedroht. Und er laicht genau in der Zeit von April bis Mai. Falls die Fische überhaupt in den verschmutzten Golf gelangen und dort ablaichen, werden der Laich, und die sich entwickelnden Kleinstlarven die an der Oberfläche treiben, in dem dortigen Gemisch aus Öl und dem von BP flächendeckend ausgebrachten giftigem Dispersionsmittel keine Überlebenschance haben. Der Golf von Mexiko ist zudem auch Laichgebiet anderer höchst gefährdeter Grossraubfische wie Gelbflossen-Thun, Schwertfisch und Marlin. Und auch ausgewachsene Tiere sind direkt durch die Ölpest bedroht. Das in Tropfen im Wasser schwebende Öl droht die Fische zu vergiften oder ihre Kiemen zu verstopfen. Wale und Delfine, die zum Luft holen regelmässig an die Meeresoberfläche auftauchen müssen, drohen die Atemlöcher zu verkleben. Von den fünf im Golf vorkommenden Seeschildkröten-Arten sind drei vom Aussterben bedroht –auch sie sind vom Öl direkt bedroht.

Und, auch das eine neue Dimension der Meeresverschmutzung, da zum ersten Mal ein so gigantisches Ölunglück auf 1500 Metern Tiefe stattfindet, können die Auswirkungen auf die Tiefsee-Lebewesen nur vage abgeschätzt werden. Es ist aber klar, dass gerade Tiefseefische, die nur einen kleinen, räumlich scharf begrenzten Lebensraum haben, sehr stark von Verschmutzungen betroffen sind. Zudem ist die Tiefsee normalerweise sehr stabil – die dortigen Lebewesen reagieren entsprechend verletzlich auf Änderungen ihrer Umgebung.
Tiefsee-Lebewesen entwickeln sich zudem nur äusserst langsam und brauchen zum Teil Jahrzehnte bis sie geschlechtsreif sind. Die im Golf erst kürzlich entdeckten Tiefsee-Korallen würden sich, wenn überhaupt, erst in Jahrhunderten wieder erholen.

Es bleibt als einziger Hoffnungsschimmer, dass diese himmeltraurige Katastrophe wenigstens, ähnlich wie Tschernobyl, zu einem globalen Umdenken führt. Zur grundsätzlichen Frage, wie viel Umweltzerstörung wir in Kauf nehmen wollen, um weiterhin mit unseren Benzinkarossen durch die Gegend brausen zu können.

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Kontraste in Südafrika

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Was für ein Glück! Ich darf während den Fussball-Weltmeisterschaften in Südafrika sein. Wozu? Um Greenpeace Afrika bei der Umsetzung des Projekt «SOLAR KICK-OFF» und bei den Solartrainings zuvor mit der Filmkamera zu begleiten. Mehr über das Projekt findet ihr hier.

Die ersten Eindrücke von Johanenesburg sind speziell: Hohe Mauern mit Splitterglas-Kanten, Stacheldraht und Elektrozäune unter Hochspannung säumen die Strasse auf dem Weg zum GP Afrika Büro im Quartier Mellville. Das Quartier ist relativ sicher und hipp. Schicke Bars, gute Restaurants mit internationalen Küchen und Kaffees machen die Gegend gemäss Lonley Planet zur Ausgehmeile Nr.1 in Johannesburg. Der erste Kulturschock bleibt somit aus.

Was mir aber in den ersten zehn Tagen besonders aufgefallen ist, sind Kontraste die immer wieder zum Vorschein kommen: Am Tag ist es heiss, in der Nacht und in den Häusern kalt. Superteure Autos werden von mausarmen Menschen geputzt. Kentucky Fried Chicken neben einem lokalen Marktstand mit selbst angebauten Kartoffeln. Die Sonne scheint das ganze Jahr durch intensiv, und dennoch stammt rund 90% der elektrischen Energie von Kohlekraft. Und da war doch noch die Apartheid keine zwanzig Jahre her, welche das Bild vor allem in und rund um die Townships prägte.

In Jericho werden heute die Solarzellen fertig montiert und die ganze Region kann es kaum erwarten an der solarbetriebenen Eröffnungsfeier am Freitag teilhaben zu können. Das wird spannend, den in der Region um Jericho leben rund 10′000 Menschen, in der Halle werden aber nur 600 platz haben. «The people will come and you can’t Stopp them» sind die Befürchtungen, die diesem Anlass eine besondere Spannung vermittelt.

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Anderthalb Jahre Gefängnis für gewaltlose Walschützer?

Greenpeace-Aktivist Junichi Sato (links) zusammen mit seinem Anwalt an einer Pressekonferenz. © Jeremy Sutton-Hibbert / Greenpeace

Ziemlich genau zwei Jahre, nachdem Junichi Sato und Toru Suzuki einen Korruptionsskandal in der japanischen Walfangindustrie aufgedeckt hatten, ging heute in Aomori, im Norden Japans, der Prozess gegen die beiden Greenpeacer zu Ende.

Und zwar mit einem Schock: der Staatsanwalt fordert 18 Monate Gefängnis! Dass die beiden Walschützer das Walfleischpaket nur als Beweisstück vorübergehend an sich genommen hatten, um die Verschleuderung von Staatsgeldern aufzudecken – also im Interesse eines übergeordneten Ziels – klammerte der staatliche Ankläger völlig aus. Und dies, obwohl die UNO-Menschenrechts-Kommission bereits die 23 Tage Untersuchungshaft als unzulässige Einschränkung der Meinungsäusserungsfreiheit gegenüber der Japanischen Regierung gerügt hatte. Die Gefängnisstrafe müsste ohne Bewährung und bis auf den letzten Tag abgesessen werden.

Ich habe ein Jahr lang mit Junichi im Greenpeace-Büro in Tokyo zusammengearbeitet. Er ist ein engagierter, äusserst seriöser Greenpeace-Mitarbeiter. Nie würde er Gewalt anwenden, nie etwas Illegales tun, wenn es nicht unbedingt für einen höheren Zweck erforderlich ist. Der Gedanke, dass er und sein Kollege Toru über ein Jahr hinter Gitter soll, über ein Jahr von seiner Frau und seinem kleinen Kind getrennt sein soll, ist für mich kaum auszuhalten. Das kann doch nicht sein! Weder der gewaltlose Protest gegen den absolut überflüssigen, grausamen und umweltverachtenden Walfang, noch ein simpler, vorübergehender Diebstahl können eine solche Strafe rechtfertigen. Das Urteil kann nur politisch verstanden werden, als Urteil gegen Greenpeace und seinen Widerstand gegen das japanische Waltötungs-Programm. Es ist nicht vor Ende August zu erwarten.

In zwei Wochen, am 21. Juni beginnt die 62. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission IWC in Agadir, Marokko. Dort wird die japanische Regierung erneut fordern, das Walfangverbot aufzuheben und Fangquoten für die japanische Flotte zu vergeben. Greenpeace wird – mit Junichi, falls er ausreisen kann! – zugegen sein und weiterhin dagegen halten. Wir sind auch mit der Schweizer IWC-Delegation in Kontakt und versuchen, ihre Unterstützung gegen den Walfang und für ein faires Urteil für Junichi und Toru zu gewinnen.

Auch Sie können helfen! Unterschreiben Sie das Protestmail an den japanischen Aussenminister.

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